The Big Short

Schräge Börsentypen kommen der Finanzkrise früh auf die Spur und versuchen, daraus mit hochspekulativen Anlagen eigenes Kapital zu schlagen.

Finanzthriller mit realem Hintergrund schaue ich als studierter Ökonom sehr gerne. Deshalb stand auch „The Big Short“ auf meiner Watchliste. Wenn dann auch noch Ryan Gosling dabei ist, bekommt man auch seine Liebste in einen Film mit offensichtlich trockener Materie. Aber es kam ganz anders…

Michael Burry (Christian Bale) ist ein exzentrischer Hedgefonds-Manager, der eigentlich gelernter Arzt ist. Sein Sozialverhalten ist eher psychopathisch und er betreibt mit einem kleinen Team einen sehr erfolgreichen Fonds. Nachdem er sich mit den Praktiken zum Weiterkauf von Hypothekendarlehen beschäftigt hat, entdeckt er, dass die ertragreichen Geschäfte der Investmentbanker auf einem Kartenhaus basieren. Er beginnt, gegen die Fonds zu wetten. Er sucht Banken, die ihm ein Finanzprodukt bauen, mit dem er beim Zusammenbruch dieses Marktes richtig viel Geld verdient. Da niemand seinen Erwartungen glaubt, hat er zunächst Schwierigkeiten, einen Kontraktpartner zu finden. Er zahlt monatlich eine hohe Prämie, um die Geschäfte am Laufen zu halten und riskiert gegen seine Partner das Vermögen des ganzen Fonds. Der Deutsche Bank Börsenmakler Jared Vennett (Ryan Gosling) erfährt von Burrys Geschäften und versucht, auf den Zug aufzuspringen. Er überzeugt das schräge Team des sarkastischen Fondsmanagers Mark Baum (Steve Carell) davon, ebenfalls in diese Wette zu investieren. Baum hasst seit dem Tod seines Bruders die Finanzwelt, hat Aggressionsstörungen und hadert mit seinem Schicksal. Eher zufällig geraten die jungen Fondsmanager Charlie Geller und Jamie Shipley an Burrys Ergebnisse. Auch sie springen auf den Zug auf. Da Ihnen selbst aufgrund ihres Status als Garangen-Fondsmanager der direkte Zugriff auf die Finanzmärkte fehlt, rekrutieren sie ihren alten Nachbarn Ben Rickert (Brad Pitt), einen ehemaligen Börsenprofi, der jetzt in der Wildnis Colorados lebt. Die drei Teams agieren unabhängig voneinander und intensivieren ihre Forschungen zur Krise. Sie stellen fest, dass die Rating-Agenturen und die Börsenaufsicht zahme Tiger sind und dem wilden, betrügerischen Treiben der Banken nichts entgegensetzen können. Auf der jährlichen Messe des Geschäfts in Las Vegas erkennen die Teams, dass die Lage noch viel heikler und prekärer ist, als sie es gedacht hatten. Sie erhöhen ihre Positionen. Doch langsam geht den Spekulanten das Bargeld aus, um die laufenden Kosten ihrer Wetten zu bestreiten. Burrys Fonds verzeichnet massive Kapitalabflüsse und er sieht sich gezwungen, ihn zu schließen. Auch als die ersten Hypothekenfonds platzen, bekommen die Spekulanten noch kein Geld, da die Banken ihre Papiere absichtlich falsch bewerten. Baum muss erkennen, dass er mit seinen Wetten gegen die eigene Mutterfirma gewettet hat. Viele Finanzinstitute gehen pleite und können ihre Schulden nicht bezahlen. Die exzentrischen Spekulanten erhalten nur einen Teil ihrer Gewinne, sind aber im Gegensatz zum Rest der Branche reiche Männer. Da es im Film immer wieder komplexe Begriffe gibt, werden sehr witzig inszenierte Erklärsequenzen eingebaut. So erklärt Selena Gomez am Spieltisch, wie Wetten auf Hypotheken einen Schneeballeffekt auslösen können.
Wow, „The Big Short“ ist ein richtig unterhaltsamer Börsenthriller. Er ist lehrreich und gleichzeitig lustig. Die Schauspieler, allen voran Christian Slater als kauziger Makler Burry und Steve Carrell als Wutmakler Baum spielen hervorragend. Brad Pitt bleibt wieder einmal im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten. Sein Verdienst besteht eher darin, als Produzent diesen Film ermöglicht zu haben. Der Film ist eine Art nachgestellter Dokumentarfilm mit vielen, teilweise durchaus demagogischen, antikapitalistischen Einwürfen in der Tradition von Michael Moore. Er überzeugt mit klaren Erklärungen und überraschenden Details wie einer witzigen, ständig nach Schärfe suchenden Kameraführung und immer wieder eingebauten Erzähler- und Erklärsequenzen. Das ist ein Film, den man als wirtschaftlich interessierter Mensch gesehen haben muss. Ein Muss auch für jeden WiPo-Unterricht der Oberstufe. Reingehen und sich von Ryan Gosling die Finanzkrise erklären lassen. Was will man mehr. Oder eher: Was will Frau mehr?

Filmfacts

  1. Nach einem Treffen mit dem realen Michael Burry bekam Schauspieler Christian Bale T-Shirt und kurze Hosen. Diese trug er später auch im Film.
  2. Bale verletzte sich vor den Dreharbeiten schwer am Knie. Deshalb wurden die harten Szenen am Drumkit auch unter Anwesenheit von Ärzten gedreht.
  3. Die Filmfirma hatte zunächst Bedenken, weil alle „Helden“ des Films eher schwierige Charaktere und keine strahlenden Figuren waren.
  4. Margot Robbie, die aus dem Schaumbad heraus Finanzierungstheorie erklärt, spielte auch im ähnlich gelagerten Film „The Wolf Of Wall Street“ mit.
  5. „The Big Short“ ist Ryan Goslings erster Filmauftritt seit seiner 2013 eingelegten Filmpause.

The Big Short [Blu-ray]

see Price: EUR 9,99

 


The Big Short (2015)
The Big Short poster Rating: 8.1/10 (17,747 votes)
Director: Adam McKay
Writer: Charles Randolph (screenplay), Adam McKay (screenplay), Michael Lewis (book)
Stars: Ryan Gosling, Rudy Eisenzopf, Casey Groves, Charlie Talbert
Runtime: 130 min
Rated: R
Genre: Biography, Drama
Released: 23 Dec 2015
Plot: Four denizens of the world of high-finance predict the credit and housing bubble collapse of the mid-2000s, and decide to take on the big banks for their greed and lack of foresight.

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