Tatsächlich…Liebe

„Tatsächlich…Liebe“ erzählt in parallelen Handlungssträngen von mehreren sich anbahnenden Liebesbeziehungen im vorweihnachtlichen London.

„Tatsächlich…Liebe“ aus dem Jahr 2003 ist ein Klassiker der Romantik-Filme. So zumindest meine Freundin, die mir klar machte, dass ich diesen Film auf jeden Fall anschauen muss. Und sie hat nicht übertrieben. Vor allem als ich mir den Cast angeschaut habe, dachte ich, gibt es überhaupt einen britischen Star, der hier nicht mitspielt. Und für Freunde von „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, für den „Tatsächlich…Liebe“- Regisseur Richard Curtis das Drehbuch schrieb, ist er sowieso Pflicht.

Dieser Film ist nicht nur ein Romantik-Klassiker, sondern auch ein echtes „Feel Good-Movie“. Am besten geeignet natürlich in der Weihnachtszeit, aber auch sonst geht das immer, wenn man mal wieder durchatmen und an das Gute im Menschen glauben möchte. Es geht los mit einem Prolog, der zufällig ausgewählte Szenen im Ankunftsbereich des Londoner Flughafens Heathrow zeigt. Dort umarmen sich Menschen, die sich wohl lange nicht gesehen haben, und lassen ihren Gefühlen freien Lauf. Vom Pärchen, zum Familienvater bis zu alten Freunden. Diese Szenen veranlassen den Sprecher aus dem Off zu der Theorie, dass Liebe überall zu finden ist. Deswegen läuft dazu auch der Hit „Love is all around you“. Und der Sprecher verweist darauf, dass sämtliche letzten Botschaften aus den entführten Fliegern des 11. September 2001 Liebesgrüße waren und nichts Negatives versendet wurde. Das ist die Botschaft des Films, dass die Liebe die Menschen beherrscht und nicht der Hass.

Im ständigen Wechsel werden dann die unterschiedlichsten Menschen gezeigt, die sich Verlieben. Insgesamt sind es neun Geschichten, die erzählt werden. Vom Trauzeugen, der in die Braut seines besten Freundes verliebt ist, zum Familienvater (Alan Rickman), der von seiner Assistentin (Heike Makatsch) angebaggert wird, über den betrogenen Schriftsteller (Colin Firth) bis schließlich sogar zum Premierminister (Hugh Grant), der sich als überzeugter Single in seine Haushälterin verliebt. Kitschiger geht’s nicht. Aber das Niveau bleibt, dank toller Schauspieler, einer guten Portion Humor und der schönen Inszenierung im vorweihnachtlichen London mit zumeist blauem Himmel, hoch.

Los geht es mit dem alternden Rockstar Billy Mack (Bill Nighy), der im Studio seinen alten Hit „Love is all around you“ als Weihnachtshit einsingt („Christmas is all around you“). Extrem peinliche Nummer. Das weiß der stets lallende Billy auch, aber sein Manager weiß auch, dass es der Weihnachtshit des Jahres werden kann. Mit super peinlichen TV-Auftritten, bei denen er seinen Song selber runtermacht, schafft es Billy natürlich, am 24.12. die Nummer 1 der Charts zu sein. Trotz Einladung von Elton John zur Party des Jahres taucht er bei seinem alten Manager auf, und die beiden feiern gemeinsam Weihnachten, in dem sie sich voll laufen lassen und Pornos schauen. Auch eine Form der Zuneigung.

Dann gibt es den frisch gewählten Premierminister David, der sein neues Zuhause in Downing Street Nr. 10 bezieht. Schon bei der Vorstellung des Personals fällt ihm die junge Haushälterin Natalie auf, die mit ein paar Kraftausdrücken sein Herz gewinnt. David ist selber unkonventionell und tanzt nachts auch mal durch das Haus im Angesicht der Portraits seiner Vorgänger. Hugh Grant gibt den Premier in gewohnter Weise charmant und humorvoll. Das hat er einfach drauf und mit seinen schlagfertigen Sprüchen zieht er die ganze Nation auf seine Seite und schließlich auch Natalie. Als er sie jedoch beim Knutschen mit dem US-Präsidenten (Billy Bob Thornton) erwischt, lässt er sie versetzen. Doch am Heiligabend schnappt er sich seinen Chauffeur und fährt zu ihr nach Hause und schließlich enden die beiden bei der Weihnachtsaufführung in der Schule knutschend hinterm Vorhang, der dann auch gelüftet wird.

Colin Firth gibt den schüchternen Schriftsteller, der von seiner Freundin mit seinem Bruder betrogen wird. Im Ferienhaus in Frankreich verliebt er sich in die portugiesische Putzfrau. Obwohl sich beide nicht in der Sprache des anderen verständigen können funkt es heftig. Am Schluss fliegt er an Weihnachten zu ihr, und hält in fast perfektem Portugiesisch vor dem ganzen Dorf um ihre Hand an. Und sie antwortet auf Englisch, dass sie auch vorsichtshalber gelernt hat.

Eine Hochzeit fehlt auch nicht. Peter heiratet die schöne Juliet (Keira Knightley). Trauzeuge Mark organisiert in der Kirche die Show mit versteckten Musikern, die beim Auszug aufstehen und „All you need is love“ von den Beatles spielen. Mehr geht nicht. Doch Mark ist eigentlich in Juliet verliebt und versucht sich von ihr fernzuhalten. Als sie ihn überraschend besucht, um das Hochzeitsvideo anzuschauen, sieht sie, dass er die Kamera ausschließlich auf sie gehalten hat und ihr wird klar, was mit ihm los ist. An Weihnachten steht er vor ihrer Tür und gesteht ihr seine Liebe. Mehr als ein kurzer Kuss von ihr ist nicht drin, denn schließlich ist sie glücklich verheiratet. Aber damit gibt er sich zufrieden und zieht seiner Wege. Also nicht immer ein Happy-End, aber ein versöhnlicher Ausgang dieser Liebe.

Liam Neeson spielt den Witwer Daniel, der seinem 11-jährigen Stiefsohn Sam dabei hilft, die Liebe seines Lebens zu erobern. Am Schluss findet aber auch Daniel eine neue Liebe am Weihnachtsabend in Form der Mutter eines Klassenkameraden, die von Claudia Schiffer gespielt wird. Kleiner Gag, weil seine verstorbene Frau höchstens Claudia Schiffer als Ersatz zugelassen hätte.

Harry ist Chef in einem coolen Büro und verheiratet mit Karen (Emma Thompson). Zusammen haben sie zwei Kinder und die Liebe ist etwas eingerostet. Als Harrys Assistentin Mia (Heike Makatsch) ihn auf der Weihnachtsfeier und täglich im Büro anflirtet, lässt er sich dazu hinreißen, ihr eine Halskette mit Herz zu schenken. Der Kauf ist durch den Auftritt von Rowan Atkinson als Verkäufer sehenswert. Leider findet Karen die Schachtel mit der Kette und denkt, sie bekommt das gute Stück an Heiligabend. Doch da liegt nur eine CD unterm Weihnachtsbaum. Sie konfrontiert Harry mit ihrem Wissen und das Ende dieses Konflikts wird offen gelassen.

Im Büro von Harry ist auch noch Sarah, die seit über zwei Jahren ihren Kollegen Karl anschmachtet. Als die beiden nach der Weihnachtsfeier bei ihr zuhause auf dem Bett landen, wird die Romanze durch Anrufe ihres geistig behinderten Bruders gestört. Als einzige Verwandte fühlt sie sich ihm gegenüber verpflichtet und stößt damit Karl vor den Kopf. Diese Beziehung schafft es also nicht. Die Bettszene ist trotzdem lustig, weil der schüchterne Karl, nachdem er Brille und Hemd abgelegt hat, wie ein Supermodel aussieht. Muskel bepackt und braun gebrannt mit wallendem Haar. Der Traumprinz schlechthin. Aber Sarah bleibt bei ihrem Bruder. Was soll man da sagen?

Dann ist da noch der Botenjunge Colin, der in England bei den Frauen keinen Stich macht. Er reist nach Wisconsin und in der ersten Bar trifft er auf vier unglaublich gut aussehende Mädchen, die ihn sofort zu sich nach Hause einladen, um gemeinsam nackt im Bett zu liegen. Seine Strategie, als Engländer in USA Frauen aufzureißen, ist also voll aufgegangen.

Und zuletzt haben wir noch die zwei Körper-Doubles, die sich bei einem Filmdreh kennenlernen. Während sie permanent nackt in eindeutigen Posen gefilmt werden, unterhalten sie sich übers Wetter oder den Straßenverkehr. Doch am Ende bringt er sie nach Hause und beim ersten Kuss haben auch die beiden es geschafft, sich zu Verlieben.

Wie gesagt, genug Kitsch ist ohne Zweifel vorhanden. Aber die liebevolle Inszenierung mit lustigen Sprüchen und Szenen macht das Ganze sehenswert. Und obwohl das Happy-End in fast allen Fällen vorhersehbar ist, will man es doch sehen. Das Geheimnis des Films ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass hier nicht plump Pointen gesetzt werden, sondern ruhig und gefühlvoll erzählt wird. Jede Geschichte hat seine Helden, die einem sympathisch sind. Jede Geschichte könnte einem auch ein Freund so erzählt haben. Mit Ausnahme die des Premierministers vielleicht. Obwohl man beim französischen Präsidenten Hollande ja gerade dieselbe Story mitbekommt.

Es wird nicht übertrieben und alles passiert so auch in Wirklichkeit permanent um einen herum. Ok, manchmal wird ein bißchen übertrieben, wenn das ganze französische Dorf hinter dem verliebten Schriftsteller her ist auf dem Weg zu seiner Liebsten. Aber das ist eine nette Randnotiz, die passt. Diese ansonsten realistische Erzählweise mit romantischen Bildern macht den Film so schön. Und am Schluss werden wieder die sich umarmenden Menschen am Flughafen gezeigt, um nochmal darauf hinzuweisen, dass die Liebe überall ist. Also wer noch einen Weihnachtsfilm sucht, den er jedes Jahr einwerfen kann, weil er keine Lust mehr auf Sissy oder Winnetou hat, der ist hier genau richtig. Und das Jahr über schadet es auch nichts, mit dem Partner auf dem Sofa zu kuscheln und diesen Film zu genießen.

Fakten:
1. Darsteller Kris Marshall hatte soviel Spaß bei den Szenen, in denen er von drei amerikanischen Frauen ausgezogen wird, dass er das umsonst gemacht hat.
2. Die Szenen der sich umarmenden Menschen am Flughafen wurden wirklich am Flughafen Heathrow mit normalen Passanten gedreht, die später ihre Einwilligung zur Verwendung im Film gaben.
3. Beim Casting für Sarah, sagte Regisseur Richard Curtis immer: „ Ich will jemand wie Laura Linney haben. Bis der Casting-Direktor entnervt sagte: „ Dann nimm doch einfach Laura Linney“, die die Rolle dann auch bekam.
4. Die Idee zur versteckten Band bei der Hochzeit hatte Richard Curtis, als er auf der Beerdigung von Muppets-Macher Jim Henson war. Dort waren Puppenspieler, die mit ihren Puppen ein Lied sangen.
5. Die Szene, in der sich der Botenjunge Colin auf einer Hochzeit über das Essen lustig macht, ist ursprünglich aus dem Film „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ für den Richard Curtis das Drehbuch geschrieben hatte. Dort wurde die Szene aber heraus geschnitten.
6. „Tatsächlich…Liebe“ war die am meisten ausgehliehene DVD im Jahr 2004 in England.
7. Um das Innere von Downing Street Nr. 10 nachzubauen, durfte Curtis und sein Designer zwei Stunden lang, in den echten Räumlichkeiten recherchieren. Sie durften aber keine Fotos machen.
8. Die Schulszenen wurden in der Schule gedreht, auf die Pierce Brosnan ging.

Love Actually (2003)
Love Actually poster Rating: 7.7/10 (306,036 votes)
Director: Richard Curtis
Writer: Richard Curtis
Stars: Bill Nighy, Gregor Fisher, Rory MacGregor, Colin Firth
Runtime: 135 min
Rated: R
Genre: Comedy, Drama, Romance
Released: 14 Nov 2003
Plot: Follows the lives of eight very different couples in dealing with their love lives in various loosely interrelated tales all set during a frantic month before Christmas in London, England.

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