Sully

Pilot rettet 155 Menschen durch eine wagemutige Landung auf dem Hudson, wird als Held gefeiert aber gerät in die Fänge einer Flugsicherheitsuntersuchung.

Filme mit Tom Hanks sind meistens von recht hoher Qualität. Wenn dann noch Altmeister Clint Eastwood als Regisseur und eine interessante Story dazukommen, dann muss man einfach ins Kino gehen. „Sully“ weckt hohe Erwartungen, wir wollen sehen, ob der Film diese auch erfüllt:

Zusammenfassung

Dieser Film schildert eine wahre Begebenheit: Chesley Sullenberger (Tom Hanks), genannt „Sally“ ist ein erfahrener Verkehrspilot und steuert gemeinsam mit seinem Freund Jeff Skiles (Aaron Eckhart) einen Flug mit einem Airbus A 320 vom New Yorker Flughafen LaGuardia nach Charlotte in North Carolina. Kurz nach dem Start fliegt der Airbus durch einen Vogelschwarm. Dabei werden beide Triebwerke zerstört. Bei seinem Notruf zur Flugleitzentrale bekommt Sully die Anweisung, zurückzukehren und wieder in LaGuardia zu landen. Diesen Plan schätzt er als nicht umsetzbar ein. Auch ein alternativer Flughafen scheint nicht erreichbar. Deshalb entscheidet er sich für eine Notwasserung auf dem Fluss. So etwas ist in der Luftfahrtgeschichte bislang noch nie geschehen. Aber Sully schafft es, das Flugzeug heile herunterzubringen. Die häufig auf dem Fluss verkehrenden Fähren zwischen New York und New Jersey kommen ebenso wie Polizeitaucher schnell zur Hilfe und nach 24 Minuten sind alle 155 Passagiere und Besatzungsmitglieder auf wunderbare Weise gerettet. Doch für Sully beginnt erst dann das Martyrium. Die Flugsicherheitsbehörde will ihm Fehler nachweisen und behauptet, er hätte auch noch beide Ausweichflughäfen erreichen können und das Flugzeug so ohne Schaden landen können. Das ist insbesondere deshalb verwunderlich, weil Sullenberger selbst Gutachter bei der Flugsicherheitsbehörde war und ist und als absoluter Experte auf diesem Gebiet gilt. Die Computersimulationen unterstützen die Argumente der Flugsicherheitsbehörde. Sully wohnt in einem Hotelzimmer in New York. Während er von den Medien als Held gefeiert wird, nagt der Zweifel an seiner Entscheidung an ihm. Dieser Konflikt droht, ihn zu zerreissen. In der letzten öffentlichen Anhörung, in der es wirklich schlecht für ihn aussieht, stellt Sully dann die entscheidenden Fragen: Wieviel Reaktionszeit wurde bei der Simulation einkalkuliert? Und wie häufig haben die Simulatorpiloten geübt, um die Landung hinzubekommen. Die Antworten lassen das Verfahren dann zum Schluss positiv für Sully und seinen Freund Skiles ausgehen.

Filmkritik

Der Flug dauerte bis zur Notlandung nur wenige Sekunden. Nicht einmal sieben Minuten waren Flugzeug, Besatzung und Passagiere in der Luft. Auch die Rettungsarbeiten dauerten nur 24 Minuten. Trotzdem gelingt es Regisseur Clint Eastwood, hier einen abendfüllenden Spielfilm ohne Längen zu komponieren. Denn die eigentlich Notlandung wird in eine Rahmenhandlung, die sich hauptsächlich aus der Flugsicherheitsuntersuchung und den ständigen Selbstzweifeln von Sully speist. So entsteht trotz des bekannt guten Ausgangs der Notlandung sogar etwas Spannung: Wie wird es Sully gelingen, die Behörde von der Richtigkeit seiner Entscheidung für die Notwasserung zu überzeugen. Der Film ist gespickt, aber nicht überfrachtet mit biographischen Begebenheiten, mit Erinnerung an erste Flugstunden und Notlandungen in seiner Zeit als Air Force Pilot. Eingebunden sind seine wirtschaftlichen Nöte und Sorgen. Tom Hanks spielt die zerrissene Persönlichkeit des bescheidenen „Helden vom Hudson“ sehr souverän. Aaron Eckhart, das „markanteste Kinn Hollywoods“ gibt einen treuen, aber farblosen Kopiloten und „Breaking-Bad“-Star Anna Gunn hat als Mitglied der Flugsicherheitskommission eher eine Nebenrolle. Der Film geht nicht auf die wirtschaftlichen Hintergründe wie die Deregulierung des Flugverkehrs und die massiven Einkommensverluste der Piloten nach 9/11 ein. Er konzentriert sich auf den kurzen Zeitraum zwischen der Notlandung und der öffentlichen Anhörung der Flugsicherheitsbehörde. So bleibt der Film immer spannend und zeichnet ein intensives, nicht immer kritikfreies aber immer patriotisches Porträt eines hervorragenden Piloten. Unbedingt sehenswert, aber nicht unbedingt vor Antritt eines Fluges….

Filmfacts

  1. Der Film basiert auf Sullenbergers Autobiographie „Man muss kein Held sein: Auf welche Werte es im Leben ankommt.“
  2. Wirtschaftlich war der Film sehr erfolgreich, das US-amerikanische Einspielergebnis war doppelt so hoch wie die Produktionskosten.
  3. Der Kapitän der Fähre, die den Unfallort als erste erreicht, spielt sich im Film selbst.
  4. Zur Vorbereitung auf die Rolle verbrachte Tom Hanks einen halben Tag mit Chesley Sullenberger.
  5. Die Szene in der US-TAlk-Show „Letterman“ wurde digital bearbeitet und für den Film nicht neu nachgestellt – schließlich sieht David Letterman heute ganz anders aus als damals…

Sully (2016)
Sully poster Rating: 7.9/10 (33,662 votes)
Director: Clint Eastwood
Writer: Todd Komarnicki (screenplay), Chesley Sullenberger (based on the book "Highest Duty" by), Jeffrey Zaslow (based on the book "Highest Duty" by)
Stars: Tom Hanks, Aaron Eckhart, Valerie Mahaffey, Delphi Harrington
Runtime: 96 min
Rated: PG-13
Genre: Biography, Drama
Released: 09 Sep 2016
Plot: The story of Chesley Sullenberger, an American pilot who became a hero after landing his damaged plane on the Hudson River in order to save the flight's passengers and crew.

Sully [Blu-ray]

Price: EUR 12,99

 

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