Starship Troopers

Junge Soldaten machen sich in einer faschistoiden Zukunftsgesellschaft auf, um die Bugs, den Feind aus dem Weltraum zu besiegen.

„Starship Troopers“ ist einer der umstrittensten Science-Fiction-Filme aller Zeiten. Sein ironischer, systemkritischer Unterton ging für viele Betrachter in der Hochglanz-Ästhetik und den schicken Weltraumschlachten unter. In Deutschland ist der Film eher schwer zu bekommen, da er indiziert ist. Ich habe mir eine Bly-Ray aus den USA besorgt, um das Werk des Großen Paul Verhoeven angemessen zu begutachten.

Zusammenfassung


Die Menschheit ist unter einer faschistischen Regierung geeint und führt einen Krieg gegen Insekten aus dem Weltall. Rico (Casper Van Dien), Carmen (Denise Richards), Dizzy (Dina Meyer) und Carl (Neil Patrick Harris) beenden die Highschool und melden sich freiwillig für das Militär, weil Ihnen dieser Dienst nachher die Bürgerrechte verleihen soll. Der smarte Carl geht zum Geheimdienst, Carmen, die ein Verhältnis mit Rico hat, wird Pilotin und der nicht ganz so schlaue Rico und Dizzy gehen zur Infanterie. Im Bootcamp der Soldaten geht es hart zur Sache. Der anfangs erfolgreich Rico verschuldet den Tod eines Kameraden bei einer Übung und will aufgeben. Gerade in diesem Moment greifen die „Bugs“ die Erde an und Buenos Aires, die Heimatstadt der vier Rekruten wird zerstört. Rico bleibt beim Team und rückt auf eine Rachemission der Erde aus. Diese misslingt, weil die „Bugs“ unterschätzt wurden. Die Erdarmee formiert sich neu und Rico kommt in eine Elitetruppe, die von seinem ehemaligen Lehrer angeführt wird. Hier arbeitet er sich schnell hoch und überlebt als einer der wenigen einen weiteren Hinterhalt der „Bugs“. Ziel der Menschen ist es jetzt, eine der Führer-Bugs gefangenzunehmen, um das Denken des Feindes zu verstehen. Dieses gelingt in einer dramatischen Mission, bei der Carmen eine Bruchlandung hinlegt, Rico sie rettet und Carl den bösen Riesenfloh verhört.

Kritik


Die Handlung des Films ist – wie oben zu erkennen – eher banal. Interessant ist die Machart. „Starship Troopers“ ist wie ein Propagandafilm der Erdregierung aufgemacht und enthält immer wieder Werbe- und Nachrichtentrailer, die den Zuschauer sehr stark ins Geschehen versetzen. Das Liebesdreieck um Rico schafft einen Zusammenhalt der Protagonisten auf menschlicher Ebene. Der Film ist erschreckend glatt duschproduziert, sehr gute Special Effects und hollywoodschöne Schauspieler lassen die dystopisch-faschistoide Gesellschaftsordnung der Zukunft gar nicht so schlecht aussehen. Und genau hier setzt die massive Kritik am Film an. Der ironische Unterton, den Paul Verhoeven und seine Mitstreiter in die Verfilmung des Science-Fiction Klassikers von Robert A. Heinlein aus dem Jahre 1959 einbauen, ist für viele Zuschauer wohl zu subtil und erschließt sich dem breiten Publikum nicht. Verhoeven selber hat als Kind unter den Nazis gelebt und hat sich stark an Propagandafilmen der Alliierten und der Nazis, hier insbesondere am Film „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl orientiert. Das sieht man an der Ästhetik, an der Kameraführung und den Schnitten.
„Starship Troopers“ ist ein sehr gut gemachter SF-Action-Kracher. Interessant ist auch die Besetzung. Verhoeven ging hier sehr stark nach ästhetischen Kriterien vor. Während Casper Van Dien mit dem Film wohl seine Karriere ruiniert hat, wurde Denise Richards als Ex-Frau von Hollywood-Rüpel Charlie Sheen bekannt. Wirklich erfolgreich waren später noch Neil Patrick Harris als Star von „How I Met Your Mother“ und Dean Edwards als Schwager Hank in „Breaking Bad“. Somit ist der Film auch ein interessantes Wiedersehen. Ich persönlich finde es schade, dass es so schwer ist, solch einen wichtigen und interessanten Film zu sehen. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen.

Filmfacts

  1. Der Film hat sein Budget von 100 Millionen Dollar nicht wieder eingespielt.
  2. Die Schauspieler erklärten sich erst zur Nacktszene unter der Dusche bereit, als sich Regisseur Verhoeven und sein Kameramann auch auszogen.
  3. Dieser Film verbrauchte mehr Munition als jeder andere Film bevor.
  4. Alle Uniformen im Film haben eine klare Nazi bzw. Wehrmachts-Symbolik, am deutlichsten wird das beim „Gestapo-Mantel“ von Neil Patrick Harris.
  5. Mark Wahlberg lehnte die Rolle des Rico ab.


Starship Troopers (1997)
Starship Troopers poster Rating: 7.2/10 (219,589 votes)
Director: Paul Verhoeven
Writer: Edward Neumeier (screenplay), Robert A. Heinlein (book)
Stars: Casper Van Dien, Dina Meyer, Denise Richards, Jake Busey
Runtime: 129 min
Rated: R
Genre: Action, Sci-Fi, War
Released: 07 Nov 1997
Plot: Humans in a fascistic, militaristic future do battle with giant alien bugs in a fight for survival.

Rating: 8.0. From 2 votes.
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