St. Vincent

Grantelnder Alter und pfiffiger Schüler kämpfen gegen die Widrigkeiten der Welt und werden dabei Freunde

Diesen Film habe ich eigentlich nur wegen Bill Murray gekauft. Denn seine Auftritte sind fast immer von großem schauspielerischen Anspruch und schräger Handlung geprägt. Ich wurde nicht enttäuscht:

Vincent MacKenna (Bill Murray) ist ein grantelnder Alter. Er ist Vietnam-Veteran, lebt in einem Vorort von Brooklyn und hat gleich mehrere Probleme. Seine demente Frau lebt in einem viel zu teurem Pflegeheim, mit dessen Raten er gnadenlos im Vollzug ist. Außerdem hat er durch seine regelmäßigen Besuche beim Pferderennen auch nicht unerhebliche Wettschulden. Dazu gesellen sich Alkoholismus und die Leidenschaft für die russischstämmige Prostituierte Daka (Naomi Watts), die ihm das letzte verbliebene Bargeld abluchst. Äußerlich gibt er den menschenfeindlichen, mürrischen miesen Nachbarn. Als die frisch getrennte Maggie Bronstein (Melissa McCarthy) und ihr 12-jähriger Sohn Oliver (Jagden Lieberher) neben ihm einziehen, kommt es zunächst zu einer unschönen Begegnung, als die inkompetenten Umzugshelfer das Auto von Vincent beschädigen. Als Oliver, der in der Schule von Mitschülern um seine Kleidung, Portemonnaie und Handy gebracht wird, einsam nach Hause kehrt, nimmt Vincent ihn auf und will sich zukünftig als Babysitter verdingen. Maggie, die verzweifelt ist und viele Überstunden als Krankenschwester leisten muss, nimmt das Angebot an und sieht nicht, wie Vincent den kleinen Oliver durch seine „Schule des Lebens“ treibt. Die beiden gehen zum Pferderennen und in Bars. Aber Vincent bringt Oliver auch bei, wie er sich zur Wehr setzen kann und worauf es beim Pferderennen ankommt. Beide gewinnen einen stattlichen Betrag, der Vincent aus der ersten Krise hilft. Doch dann häufen sich die Probleme. Vincent muss der schwangeren Daka aus der Klemme helfen, da ihr die finanziellen Mittel für die nötigen Vorsorgeuntersuchungen fehlen. Dazu kommen seine Wettschulden, die brutal eingetrieben werden. Daraufhin erleidet er einen Schlaganfall und muss sich mithilfe seiner neuen Freunde wieder zurück ins Leben kämpfen. Alle kümmern sich rührend um ihn und Daka zieht sogar bei ihm ein. Zwei weitere Schicksalsschläge treffen ihn hart: Maggie verliert einen Sorgerechtsprozess um Oliver, weil ihr Ex-Mann Vincent als schlechten Umgang identifiziert. Daraufhin darf Vincent Oliver nicht mehr sehen. Darüber hinaus erfährt er, dass seine Frau im Pflegehaus verstorben ist, während er im Krankenhaus lag. Oliver denkt viel über seine Zeit mit Vincent nach und widmet ihm seinen Vortrag als „Lebender Heiliger“. Er erforscht Vincents Leben und arbeitet seine positiven Seiten heraus. So endet alles in einem glücklichen Beisammensein der ungleichen Freunde.

Ein bisschen kitschig ist das Ende ja. Das wird aber durch das großartige Spiel Bill Murrays und Jaeden Lieberhers ausgeglichen. Und auch Naomi Watts leistet einiges als schräge, russische Prostituierte. Es macht einfach Spaß, dem Ensemble zuzuschauen, wie sie diese schräge Komödie umsetzt. Dazu gibt es ein bisschen Herzschmerz vom Feinsten: Aus dem grantelnden Nachbarn wird der gute Freund, der ein wichtiger Mentor für einen pfiffigen, aber einsamen Jungen ist. Ein Film, der irgendwie gute Laune macht, ohne zu flach zu sein. Er leuchtet einige dunkle Bereiche unserer Gesellschaft aus, ohne zu tief unter die Teppiche zu schauen. Vorsichtig dosierte Sozialkritik mit der Botschaft, dass jeder es selbst schaffen kann. Amerikanischer Traum eben, perfektioniert durch Bill Murray. Lohnt sich!

Filmfacts

  1. Bei einem vergleichsweise schmalen Budget von 13 Mio US-Dollar spielte der Film 44 Mio US-Dollar ein.
  2. Naomi Watts verbesserte ihren russischen Akzent durch das intensive Sehen von YouTube-Clips und den Besuch russischer Wellnesstempel.
  3. Vincents Auto ist ein 1983 Chrysler Lebaron Cabrio mit Holzverkleidung.
  4. Die Outfits von Daka stammen größtenteils von EBay und TK Maxx.
  5. Vor der großen Rede des kleinen Oliver meditierten Bill Murray und Jaeden Lieberher gemeinsam.


St. Vincent (2014)
St. Vincent poster Rating: 7.3/10 (63,618 votes)
Director: Theodore Melfi
Writer: Theodore Melfi (screenplay)
Stars: Bill Murray, Melissa McCarthy, Naomi Watts, Chris O'Dowd
Runtime: 102 min
Rated: PG-13
Genre: Comedy, Drama
Released: 24 Oct 2014
Plot: A young boy whose parents have just divorced finds an unlikely friend and mentor in the misanthropic, bawdy, hedonistic war veteran who lives next door.

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