Spotlight

Spotlight

Journalisten des Boston Globe decken die jahrelange Vertuschung priesterlichen Kindesmissbrauchs durch die Kirche auf.

Spotlight war einer der Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung. Journalistenfilme wie „Die Unbestechlichen“ gehören zu einem meiner Lieblingsgenres. Also wurde dies Bly-Ray sofort zum Veröffentlichungsdatum bestellt und ausgiebig begutachtet. Macht Euch auf einen spannenden und gleichzeitig fesselnden Abend bereit:

Boston im Nordosten der USA ist eine zutiefst katholische Stadt. Sie wird von irischen Einwanderern geprägt, alle paar Meter trifft man auf eine Kirche. Die katholischen Institutionen prägen das soziale Leben der Stadt. Marty Baron (Liev Schreiber) ist der neue Chefredakteur des „Boston Globe“, der führenden Zeitung der Stadt. In einer kleinen Notiz in seiner Zeitung liest er über einen einzelnen Missbrauch eines Jungen durch einen Pastor und dessen Vertuschung durch die Kirche. Baron stammt nicht aus Boston, ist Jude und daher nicht Teil des Systems der Stadt. Er vermutet eine Systematik hinter der Sache und setzt sein bestes Rechercheteam „Spotlight“ auf die Geschichte an. Das Team wälzt sich durch Unmengen von Material, befragt Betroffene und Selbsthilfegruppen und erkennt bald die Systematik der Vertuschung: Straffällige Priester werden schnell in andere Gemeinden verschoben. Mithilfe eines Wissenschaftlers erstellten Sie eine quantitative Schätzung sowie ein Profil der möglichen Täter und kommen so knapp 90 pädophilen Priestern auf die Spur. Diese wurden durch ein Netz von Kirchenanwälten und die Oberen der Stadt geschützt. Als die Reporter feststellen, dass die Verstrickungen bis in ihre eigene Zeitung reichen, sind sie zunächst geschockt. Die Geschichte wird aber gedruckt und tritt eine ganze Lawine los.
„Spotlight“ ist ein beeindruckender und gleichzeitig verstörender Film. Er beschreibt und glorifiziert den investigativen Journalismus alter Schule. Die mit hervorragenden und bekannten Schauspielern (Mark Ruffalo, Rachel McAdams, Michael Keaton, John Slattery (Roger Stirling aus Mad Men!) und Stanley Tucci) besetzten Reporter müssen sich durch viel Material wühlen, Widerstände überwinden, unendlich viele Gespräche überführen und Geistesblitze erzeugen. Die manchmal schwierigen persönlichen Verhältnisse der Reporter geraten dabei genauso in den Blick wie die hierarchischen Prozesse innerhalb der Redaktion und die Versuche des Establishments, die Recherchen zu torpedieren. Der Film macht betroffen weil er zeigt, wie mächtig die Institution Kirche ist und wie selbstverständlich sie ihre Macht ausnutzt, um den systematischen Missbrauch von Kindern zu verschleiern. Das ist ein Film, der gut gemacht ist, eine wichtige Geschichte zum Inhalt hat und den man eigentlich gesehen haben muss. Punkt.

Filmfacts

  1. Das Drehbuch wurde bereits 2013 fertiggestellt, der Film wurde erst ab 2014 gedreht.
  2. Der Film hatte bei den Filmfestspielen von Venedig seine Premiere (2015)
  3. Während die amerikanische katholische Kirche den Film verurteilte, wurde er aus Kreisen des Vatikans gelobt und der amerikanischen Kirche empfohlen, den Missbrauch noch weiter aufzuarbeiten.
  4. Der Film gewann 2016 zwei Oscars – für den besten Film und das beste Drehbuch.
  5. Rachel McAdams und Mark Ruffalo wurden bei den Oscars als beste Nebendarsteller nominiert, gewannen aber nicht.


Spotlight (2015)
Spotlight poster Rating: 8.1/10 (178,136 votes)
Director: Tom McCarthy
Writer: Josh Singer, Tom McCarthy
Stars: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber
Runtime: 128 min
Rated: R
Genre: Biography, Drama, History
Released: 25 Nov 2015
Plot: The true story of how the Boston Globe uncovered the massive scandal of child molestation and cover-up within the local Catholic Archdiocese, shaking the entire Catholic Church to its core.

Rating: 9.0. From 1 vote.
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