Sieben verdammt lange Tage

Zerstrittene Geschwister müssen nach jüdischer Sitte 7 Tage um ihren toten Vater trauern und kommen dabei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

Der Trailer dieses Films versprach tolle Darsteller, kurzweilige Dialoge und hintergründige Gedanken. Genau das Richtige für einen Filmabend mit meinen Töchtern. Und wir wurden nicht enttäuscht: Judd Altman (Jason Bateman) ist ein Radio-Manager, dessen Frau Quinn ihn mit seinem Chef Wade betrügt. Gerade als Judd dieser Tatsache gewahr wird, ereilt ihn die Nachricht, dass sein Vater gestorben ist. Dieser verordnet seinen vier Kindern und seiner Frau Hilary (Jane Fonda) eine siebentägige Totenwache nach jüdischem Vorbild, eine Shiva. So also verbringen Hilary, Judd, seine Schwester Wendy (Tina Fey), sein älterer Bruder Paul (Corey Still), dessen Frau Annie sowie sein jüngerer Bruder Philipp (Adam Driver) und dessen Freundin Tracy eine Woche im Einfamilienhaus der Altmans. Judd verschweigt seiner Familie anfänglich die Probleme mit seiner Frau Quinn, wird aber durch eine Attacke von Wendy zur Offenbarung gezwungen. Philipp und seine ältere Freundin, seine ehemalige Therapeutin produzieren laufend Eifersüchteleien. Judd trifft seine Jugendliebe Penny (Rose Byrne) und merkt, dass er sich immer noch zu ihr hingezogen fühlt. Ähnlich geht es Wendy, die mit ihrem durch einen Unfall geistig behinderten Exfreund und Nachbarssohn anbandelt. Die Lage wird noch einmal komplexer, als Quinn auftaucht und Judd mitteilt, dass sie von ihm schwanger ist. Ein kurz darauf folgender Notruf ins Krankenhaus vereint Judd und seinen Nebenbuhler Wade, dessen Sportwagen diese Begegnung nicht übersteht. Bei einer Trauerfeier in der Synagoge bekifften sich die Brüder mit Joints, die Judd in einem alten Anzug seines Vaters gefunden hat. Tracy, die unbedingt schwanger werden will, mit Paul aber offensichtlich Zeugungsprobleme hat, macht sich an Judd heran, was zu einer weiteren Eskalation führt. Hier hinein platz Mutter Hilary mit ihrem Bekenntnis zur Nachbarin Linda. Jetzt versöhnen sich auch die Brüder und Judd versucht doch noch, mit Penny zusammen zu kommen.

Wir haben es mit einer herrlichen, dialogorientierten Komödie zu tun. Eine Sitcom als Film. Besetzt mit sehr guten Darstellern und versehen mit einem guten Dialogregisseur. Für amerikanische Verhältnisse wird hier sehr offen über Sex und umliegende Ortschaften gesprochen, für ein europäisches Publikum ist das wohl eher normal. Wir sehen, wie die familiäre Situation unter dem hohen Druck der vier Wände des elterlichen Eigenheims immer wieder explodiert und sich die Spannungen Bahnen ins Äußere brechen. Ein herrlicher Film, um auch die Verhältnisse in der eigenen Familie einmal zu reflektieren. Unbedingt empfehlenswert.

Filmfacts

  1. Bei einem Budget von 20 Millionen US-Dollar nahm der Film ca. 41 Millionen Dollar ein.
  2. Schauspieler Corey Stoll (bekannt aus House Of Cards) spielt den ältesten Bruder, ist aber jünger als seine Schauspielerkollgen.
  3. Das hebräische Wort Shiva, dass die Trauertradition beschreibt, heißt wörtlich übersetzt „sieben“.
  4. Auch Zac Efron sollte ursprünglich in diesem Film mitspielen.
  5. Im zugrundeliegenden Roman von Jonathan Tropfer erinnert sich die Hauptfigur Judd daran, dass seine Mutter die Fitnessvideos von Jane Fonda schaut.


This Is Where I Leave You (2014)
This Is Where I Leave You poster Rating: 6.6/10 (47,817 votes)
Director: Shawn Levy
Writer: Jonathan Tropper (screenplay), Jonathan Tropper (novel)
Stars: Jason Bateman, Tina Fey, Jane Fonda, Adam Driver
Runtime: 103 min
Rated: R
Genre: Comedy, Drama
Released: 19 Sep 2014
Plot: When their father passes away, four grown siblings are forced to return to their childhood home and live under the same roof together for a week, along with their over-sharing mother and an assortment of spouses, exes and might-have-beens.

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