Sharknado 3: Oh Hell No!

Mit Haien gefüllte Tornados zerstören große Teile Washingtons, bevor sie Florida anvisieren und erst durch David Haselhoff im Space Shuttle zerstört werden können.

Mann, was habe ich mich auf diesen Filmstart gefreut. Eigentlich ist es ja „nur“ ein Fernsehfilm, den uns der Pay-TV-Sender SyFy präsentiert, aber der mehrjährige Rummel um den Sharknado-Kult macht diesen Film einflussreicher also so manche Kinopremiere. Also, ab um 20.15, Sky-Karte in den Receiver geschoben und den herrlichen Trash genossen.

Fin Shepard (Ian Ziering), Held aus den ersten beiden „Sharknado-Katastrophen“ in Los Angeles und New York soll vom US-Präsidenten geehrt werden. Genau zu dem Zeitpunkt, als er das weiße Haus betritt, beginnt in Washington DC wieder einer dieser Wirbelstürme, bei dem Haie in die Luft gesogen werden und dann Menschen attackieren. Die von einem Fan überreichte „goldene Kettensäge“ kommt also gleich zum Einsatz, als Fin und der Präsident Jagd auf fliegende Haie machen. Nachdem der Sturm in Washington abgeflaut ist, ziehen die Stürme nach Florida. Dort befindet sich Fins Frau April (Tara Raid) mitsamt Familie, um in einem Vergnügungspark den Geburtstag seiner Tochter zu feiern. Da Flüge ausfallen, macht sich Fin mit einem Auto auf den Weg, wird aber von Haien – was auch sonst – aufgehalten. Zu Hilfe kommt ihm seine alte Freundin Nova, die ihr Wohnmobil zu einer Anti-Hai-Kampfmaschine namens „The Beast“ aufgerüstet hat. Gemeinsam mit Novas Assi Lucas fahren sie gemeinsam nach Süden. Als sie von Wassermassen und einer eingestürzten Brücke aufgehalten werden, fahren Sie in eine in Auflösung befindliche Luftwaffenbasis und setzen ihre Reise mit einem Jet fort. Derweil sind die Verhältnisse im Vergnügungspark mehr als chaotisch – aber die Kernfamilie Shepard überlebt trotz vieler Todesfälle, auch danke des martialischen Einsatzes von Kettensägen und Automatikwaffen. Doch alle Waffen, auch die Wunderwaffen aus „The Beast“ helfen nicht. Jetzt müssen David Haseloff und die Nasa ran: Fins Vater, ein ehemaliger Astronaut, macht ein geheimes Space Shuttle klar. Der Plan besteht darin, Raketen und Treibstoff über der Tornado-Zone abzuwerfen, um die Wirbelstürme zum Kollabieren zu bringen. Als das misslingt, wird die letzte Trumpfkarte gezogen: Die Weltraumwaffen aus Ronald Reagens Strategic Defense Initiative SDI. Wie ein Buttermesser streicht ein gigantischer Laser aus dem Space-Shuttle durch die Wolken, zerstört Haie und lässt das flossenhaltige Klimaphänomen im sich kollabieren. Doch einer der Resthaie hat sich Fins schwangere Frau April geschnappt. Fin folgt diesem im Körper eines anderen, in der Erdatmosphäre verglühenden Hais und landet an einer Küste. Neben ihm schlagen mehrere Haikadaver auf. Aus einem reicht ihm April das gerade im Bauch des Hais geborene Baby entgegen. Als sich die Familie wieder zusammenfindet, stürzt ein Space-Shuttle-Teil vom Himmel und die Zuschauer wissen nicht, ob April getroffen ist oder überlebt.

Nein, ich war nicht besoffen, als ich die Zusammenfassung geschrieben habe. Und auch nicht, als ich den Film gesehen hab. Aber ich war fast besoffen vor Lachen darüber, dass man sich so einen herrlichen Quatsch ausdenken kann. Dieser Film hat Logik-Löcher, in denen ganze Space Shuttles versinken könnten. Aber das kann man ihm nicht übel nehmen. Denn das einzige, was am Plot interessant ist, ist das ständige Eskalationsmoment. Das Grauen muss ständig zunehmen. Eine Aufgabe, die sich die Filmemacher selbst nicht leicht gemacht haben, weil sie schon mit der Vernichtung wichtiger US-Institutionen am Filmstart beginnen. Sharknado ist inzwischen zum Symbol für billige Katastrophen und Monsterfilme sowie „schleFaz“ (schlechte Filme aller Zeiten) geworden. Den Machern ist es gelungen, dem Film deutlich mehr Spannung und Action zu verpassen als in den beiden Vorgängern. Ständig regnet es Haie und werden Menschen gefressen. Großartig ist auch die Einbindung von Cameos, beispielsweise wird der Autor der „Game Of Thrones“-Bücher in einem Kino von einem Film gefressen. David Hasselhoff als Retter der Menschheit und Bo Derek (ja, die Bo Derek) als garstige Schwiegermutter verleihen dem Film weiteres Katastrophen-Flair. Es ist ein Film, für Genießer dieses Genres. Aber eigentlich ein Film, den man gesehen haben muss.

Filmfacts

  1. Aufgrund der offen gelassenen Schlussszene können Fans per Twitter entscheiden, ob April im nächsten Film vorkommt #Aprildies oder weiter lebt #Aprillives
  2. Ein Großteil der Produktionscrew der letzen beiden Sharknados wurde für den Film wieder angeheuert. Sie wurden aber alle gefeuert, als sie einen Gerwerkschafts-Vertrag verlangten.
  3. Oliver Kalkofe und Peter Rütten, die Moderatoren der „Schlechtesten Filme aller Zeiten“ haben einen Cameo-Auftritt als Achterbahn-Passagiere.
  4. Der Nachfolgefilm „Sharknado 4“ wurde am Premierentag angekündigt.
  5. Einige Größen aus dem amerikanischen Wrestling-Gewerbe spielen hier wichtige Rollen.

Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
Sharknado 3: Oh Hell No! poster Rating: 4.4/10 (4,868 votes)
Director: Anthony C. Ferrante
Writer: Thunder Levin
Stars: Ian Ziering, Tara Reid, Cassie Scerbo, Frankie Muniz
Runtime: 93 min
Rated: TV-14
Genre: Horror, Sci-Fi
Released: 22 Jul 2015
Plot: A monstrous tornado unleashes ravenous sharks from Washington, D.C., all the way down to Orlando, Florida.

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