San Andreas

Kampfgestählter Hubschrauberpilot rettet gegen alle Widrigkeiten inmitten eines gewaltigen Erdbebens am San Andreas-Graben Ex-Frau und Tochter.

Diesen Film hatte ich mir als Referenz für die Toneffekte besorgt. Als dann ein guter Freund zu einem Filmabend zu Besuch war, war es an der Zeit, dieses Katastrophenmachwerk einzuwerfen, um zu schauen, ob es auch ein katastrophales Machwerk ist:
Ray Gaines (Dwayne Johnson) ist Rettungsflieger bei der Feuerwehr von Los Angeles. Als kampferprobter Pilot fliegt er auch mal in Felsspalten, um von dort aus abgestürzte Autofahrerinnen zu retten. Seine privaten Familienverhältnisse sind nicht so rosig: Er lebt von seiner Frau Emma getrennt, die gemeinsam mit seiner Tochter Blake gerade zu ihrem ultrareichen neuen Freund David gezogen ist. Als er Blake gerade zurück ins College bringen will, wird er alarmiert, weil ein Erdbeben den Hoover-Staudamm zertrümmert hat. Diesen Erdbeben ist der Seismologe Dr. Lawrence Hayes (Paul Giamatti) auf der Spur. Er hat eine neue Technik zur Vorhersage von Erdbeben entwickelt und stellt fest, dass eine Verwerfung im San Andreas-Graben dazu führt, dass ein gewaltiges Erdbeben San Francisco bedroht. Es gelingt ihm, die Bevölkerung zu warnen. In San Francisco sitzt inzwischen Blake in einem Auto in der Tiefgarage fest. Ihr potenzieller Stiefvater David hatte sie mit Richtung Norden genommen und einen Zwischenstopp in seiner Baufirma gemacht. Als dort das Erdbeben ausbricht, sitzt Blake im Auto fest, David hat sie zurückgelassen. Doch der britische Architekturstudent Ben und sein kleiner Bruder Ollie retten sie. Gemeinsam flüchten die drei durch eine Stadt, die durch die Naturgewalten in Schutt und Asche gelegt wird. Pilot Ray hat quasi „en Passant“ in Los Angeles seine Ex-Frau aus den Trümmern eines Hochhauses gerettet. Gemeinsam beschließen sie, die gemeinsame Tochter Blake in San Francisco zu retten. Da der Hubschrauber seinen Geist aufgibt, kapern sie ein Flugzeug und kommen damit bis nach San Francisco. Blake erweist sich als erfindungsreich, über einen Festnetz-Anschluss hält sie Kontakt zu ihren Eltern und verabredet sich zur Rettung. Natürlich kommt alles anders. Spätestens, als ein Tsunami die San Francisco Bay überflutet und die Stadt unter Wasser setzt, beginnt ein Rennen um Leben und Tod. Ray und Emma haben den Tsunami in ihrem kleinen Speedboat knapp überstanden und treffen in den Trümmern der Stadt an einem kollabierenden Hochhaus auf die Gruppe der drei Jugendlichen. Ihnen gelingt die Flucht zu einem der höher gelegenen Punkte der Stadt.
Bei diesem Film bekommt man, wofür man bezahlt. Nein, keine ausgeklügelte Handlung mit feinsinnigen Dialogen. Sondern knallharte Action: Kollabierende Bauwerke, atemberaubende Helikopter-Stunts und eine gewaltige Portion Weltuntergang. Gewürzt mit markigen Sprüchen des Hauptdarstellers und der unvermeidlichen Prise amerikanischen Patriotismus. Logik spielt in diesem Film keine Rolle, dieser Streifen wird eindeutig von Effekten beherrscht. Es gibt keine Antwort darauf, warum sich die Hauptdarsteller in der Wüste der zerstörten Stadt finden und warum sie alle im Gegensatz zu großen Teilen der Bevölkerung überlebt haben. Der Film wird beherrscht von Stereotypen (böser, feiger Stiefvater), fliegenden Containern und Salti vollführenden Kreuzfahrtschiffen. Es ist schon gewaltig, was hier an (computergenerierten) Effekten aufgefahren wird. Und dazu gibt es einen sehr imposanten Sound, der gerade im Bassbereich keine Wünsche offen und kein Auge trocken lässt. Das ist echtes Katastrophenkino in der Tradition der Erdbeben-Filme der siebziger Jahre – nur auf höherem technischen Niveau. Die schauspielerische Leistung der handelnden Akteure ist sehr, sehr überschaubar. Aber darauf kommt es bei solch einem Film eben nicht an, wenn es nur ordentlich Kawumm macht. Für Freunde des sparsamen Dialogs und der opulenten Zerstörung ist „San Andreas“ auf jeden Fall keine Enttäuschung.

Filmfacts

  1. Kurz vor der Premiere des Films gab es ein schweres Erdbeben in Nepal. Der Verleih reagierte, indem er Material zur Hilfe für die Überlebenden dieses Erdbebens in sein Werbematerial integrierte.
  2. Alexandra Daddario, die Darstellerin der Tochter Blake ist 29 und damit nur 14 Jahre jünger als ihr Film-Vater Dwayne Johnson.
  3. Die Filmemacher ignorierten große Teile des fachkindlichen Rates von Professor Thomas Jordan (USC), der sowohl Erdbebenstärken von über 9 als auch einen Tsunami in dieser Region für wenig wahrscheinlich hielt. Der Film wäre sonst auch deutlich weniger spektakulär ausgefallen.
  4. Das Karrussel „Erdbeben“ im Themenpark der Universal Studios wurde für den Film modifiziert, am Ende werden jetzt alle Insassen von Dwayne Johnson gerettet.
  5. Johnson bekam das Skript, als er in Budapest „Hercules“ drehte. Er war so fasziniert, dass er es bis in die frühen Morgenstunden las. (Wir wissen ja nicht, wie schnell er lesen kann..)

San Andreas [Blu-ray]

Price: EUR 7,50

 


San Andreas (2015)
San Andreas poster Rating: 6.1/10 (115,977 votes)
Director: Brad Peyton
Writer: Carlton Cuse (screenplay), Andre Fabrizio (story), Jeremy Passmore (story)
Stars: Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Ioan Gruffudd
Runtime: 114 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Drama, Thriller
Released: 29 May 2015
Plot: In the aftermath of a massive earthquake in California, a rescue-chopper pilot makes a dangerous journey with his ex-wife across the state in order to rescue his daughter.

Rating: 7.0. From 1 vote.
Please wait...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.