Ritter Ridley

Wer von der Queen zum Ritter geschlagen wurde ist natürlich prädestiniert, einen Film über Robin Hood zu machen. Auch wenn mit  Russell Crowe ein Australier den Robin spielt und man den Gladiator erst Mal schwer aus dem Kopf bekommt, ist der Robin Hood aus dem Jahr 2010 sicher ein würdiger Nachfolger der stilbildenden Filme des Hollywood-Riesen Ridley Scott. Der Brite begann klassisch bei der BBC mit seiner Ausbildung als Szenenbildner, nachdem er bereits mit Auszeichnung Grafikdesign und Malerei studiert hatte. Der Weg führte ihn dann in die Werbung. Zusammen mit seinem Bruder Tony Scott gründete er die Ridley Scott Associates, eine Produktionsfirma für Werbefilme. Mit über 2000 Werbespots im Rücken hat er gelernt, ökonomisch zu arbeiten und es heißt, er benötigt für einen großen Film lediglich ein Drittel der Drehtage, die andere Regisseure benötigen. Bereits sein zweiter Kinofilm war ein Klassiker. ‚Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt‘ aus dem Jahr 1979 hat das Science Fiction-Genre geprägt. Und mit ‚Blade Runner‘ legte er 1982 gleich den nächsten großen Wurf hin. Obwohl er mit dem Kolumbus-Film ‚1492 – Die Eroberung des Paradieses‘ ‚Gladiator‘ und jetzt ‚Robin Hood‘ das Historien-Genre bedient, hat er 1991 mit ‚Thelma & Louise‘ gezeigt, dass er auch das Road-Movie beherrscht. Dieser Film brachte ihm die erste Oscar-Nominierung ein, den er dann mit ‚Gladiator‘ auch bekam. Mit ‚Black Hawk Down‘ bewies er sein Können beim Kriegsfilm und das brachte die nächste Oscar-Nominierung. Nach 22 Spielfilmen gehört Ridley Scott zu den ganz Großen im Filmgeschäft. Bei ihm gibt es auch meist Superlative. Wie der Spiegel berichtete kamen im März diesen Jahres zum Casting von ‚Exodus‘, der den Auszug der Juden aus Ägypten thematisiert, über 10.000 arbeitslose Spanier, die Sklaven spielen wollten. Aktuell arbeitet er an der ersten Verfilmung von ‚Schöne neue Welt‘ von Aldous Huxley, den er zusammen mit Leonardo DiCaprio auch produziert. Die Beiden kennen sich von Scotts Film ‚Der Mann der niemals lebte‘ in dem DiCaprio die Hauptrolle spielte. Treu bleibt Ridley Scott auch Russell Crowe. Nach dessen grandioser Leistung in Gladiator kein Wunder. Crowe glänzte auch in dem Aussteiger-Film ‚Ein gutes Jahr‘, der von einem Banker berichtet, der ein Weingut in Frankreich erbt und beschließt, dort ein beschaulicheres Leben als im gestressten London zu beginnen. Wenn man sich Scotts Werk anschaut, fällt einem seine thematische Vielseitigkeit und sein Hang zu starken Charakteren auf. Das belegt auch ‚1492‘ mit Gerard Depardieu. Von der vielgepriesenen Ästhetik wollen wir hier nicht auch noch anfangen. Auch wenn einem der Robin Hood-Stoff irgendwann mal zum Hals raus hängt, ist doch die Tatsache, dass diesmal Ridley Scott dahinter steckt Grund genug, sich den Film anzuschauen.

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2 thoughts on “Ritter Ridley

  1. Prednisone

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  2. Canadian Pharcharmy Meds

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