Pulp Fiction

Pulp FictionEin Klassiker. Immer wieder gerne gesehen. Perfekt für einen faulen Samstagabend im Kinokeller. Zweieinhalb Stunden irre Dialoge.

Gangster bringen Leute um, vergnügen sich mit Drogen, jagen einen wettbetrügenden Boxer und kommen dabei um. Aber alles im schwarzen Anzug und mit Stil.

Die Handlung dieses Films ist etwas verworren. Nach zwei Dritteln des Films zeichnen sich mehrere, ineinander verdrehte Handlungsstränge ab. Alle Stränge werden von einem geheimnisvollen Koffer zusammengehalten, der überall auftaucht, aber nie geöffnet wird. Die Rahmenhandlung, mit der der Film anfängt, ein Überfall geistig degenerierter Kleinganoven auf einen Coffee Shop, wird erst gegen Ende des Films fortgesetzt und erweist sich als versiegender Nebenarm des großen Plots. Im Zentrum stehen die Gangster Vincent Vega (John Travolta) und Jules Winnfield (Samuel L. Jackson). Sie sind die verlängerten Arme des großen Bosses Marsellus Wallace (Ving Rahmes) und ermorden zu Beginn des Films zahlungsunwillige Kunden. Abends soll sich Vega noch um die Frau Mia (Uma Thurman) des großen Bosses kümmern. Ein gemeinsames Abendessen mündet in einer der berühmtesten Tanzszenen der Filmgeschichte, einer Überdosis und einem aberwitzigen Wiederbelebungsversuch mit einer Adrenalinspritze. Doch nicht nur hier geht für Vega alles schief: Beim Abtransport eines an der Schießerei mit den zahlungsunwilligen Kunden nur peripher Beteiligten und Informanten kommt dieser um. Vega und Winnfield müssen Leiche und Auto sicher entsorgen. Dabei hilft ihnen Winston Wolf (Harvey Keitel), die Wunderwaffe ihres Gangster-Chefs. All das findet in der Wohnung von Jimmie (Quentin Tarrantino) statt. So erklärt es sich auch, dass die beiden, sonst immer schnieke in schwarz gekleideten Killer in Boxershorts und verwaschenen College-T-Shirts bei ihrem Boss zum Rapport auflaufen. Dort treffen sie kurz auf Butch Coolidge (Bruce Willis), einen abgehalfterten Preisboxer, der in düstere Wettbetrügereien verstrickt ist und für Gangster-Chef Wallace sein letztes großes Ding drehen soll. Doch statt zu Boden zu gehen erschlägt er seinen Gegner. Da er über Strohmänner viel Geld auf sich gesetzt hat, ist er ein gemachter Mann und muss nur noch gemeinsam mit seiner jungen französischen Braut Fabienne (Maria de Medeiros) sicher das Land verlassen. Daran sollen ihn Vega und Winnfield hindern. Weil Fabienne seine goldene Uhr, ein Familienerbstück, vergessen hat, muss er zurück in sein Appartment und erledigt dort beide Gangster. Doch auf der weiteren Flucht trifft er wieder auf Wallace. Beide geraten in einen Autounfall. In einem Pfandleihhaus geraten beide in die Gewalt des Besitzers und dessen sadistischen Freundes. In deren Folterkeller wird Wallace vergewaltigt, doch Coolidge kann sich befreien und bringt die Peiniger um. Wallace ermöglicht Coolidge aus Dankbarkeit die Flucht und dieser brettert mit Fabienne auf einer von den Peinigern gestohlenen Harley in die Freiheit.

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Nach zweieinhalb Stunden freut man sich über großartige Dialoge, unglaubliche Szenen und wahnwitzige Wendungen des Plots. Das ist kein Industriefilm mit vorhersehbarer Handlung, sondern echte Kunst. Bis in die letzte Nebenrolle hinein brilliant besetzt und mit großer Spielfreude dargeboten. Die Ästhetik, die Filmmusik, alles passt. Alleine die Diner-Szene mit Uma Thurman und John Travolta lohnt das Anschauen, herrliche 50er Jahre Klischees, ein aberwitziges Restaurant, irre Kellner und Vince schon zu Beginn zum Scheitern verurteilter Versuch eines unfallfreien Abends mit der Freundin des Bosses. Alles kulminiert in einer großartigen Tanzszene, eine Reminiszenz an Travoltas frühe Tage als tanzender Beau in „Saturday Night Fever“ und „Grease“ in den 70ern. Aber auch Bruce Willis gibt hier einen sehr authentischen Preisboxer am Ende seiner Karriere, jemanden, der mit der Willenskraft eines Einzelkämpfers die militärische Tradition der Familie fortsetzt. Und Samuel L. Jackson läuft unter seinem Miniplie-Afro zu absoluter Höchstform auf. Oder anders gesagt: Ganz großes Kino. Immer wieder und wieder. Ein Film, den man nicht oft genug gesehen haben kann. Und jedes mal entdeckt man neue Zitate aus der Filmgeschichte…

Filmfacts

  1. Einige Szenen wurden von Quentin Tarrantinos Freund Roberto Rodriguez gedreht.
  2. Die von Jules häufiger zitierte angebliche Bibelstelle ist von Quentin Tarrantino und Samuel L. Jackson getextet worden.
  3. Als Uma Thurman die Rolle zunächst ablehnte, las Tarrantino ihr das Skript am Telefon vor, um sie zu überzeugen.
  4. Die Tanzszene im Diner wurde 1:1. aus Fellinis Film 8 1/2 kopiert.
  5. Bruce Willis hatte nur 18 Drehtage.
  6. Das Budget betrug 8 Mio US-Dollar, davon 5 Mio alleine für die Gagen der Schauspieler.
  7. Viele der wichtigsten Requisiten, beispielsweise das Portemonnaie mit „Bad Mother Fucker“ und Vegas Auto gehörten Quentin Tarrantino selbst.
  8. Das Auto wurde während der Dreharbeiten gestohlen und tauchte erst 2013 wieder auf.
  9. Harvey Keitel überzeugte Bruce Willis, am Film mitzuwirken.
  10. Das Pflaster auf dem Nacken von Marsellus stammte von einer Rasurverletzung des Schauspielers Ving Rhames.
Pulp Fiction (1994)
Pulp Fiction poster Rating: 8.9/10 (1,235,868 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino (story), Roger Avary (story), Quentin Tarantino
Stars: Tim Roth, Laura Lovelace, John Travolta, Samuel L. Jackson
Runtime: 154 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama
Released: 14 Oct 1994
Plot: The lives of two mob hit men, a boxer, a gangster's wife, and a pair of diner bandits intertwine in four tales of violence and redemption.
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