Money Monster

Börsen-TV-Star wird im Studio überfallen, bedroht und muss live mit vorgehaltener Pistole einen Börsenskandal aufdecken.

Die Kritiken für „Money Monster“ waren gelinde gesprochen durchwachsen. Der Film von Hollywood-Legende Jodie Foster mit den beiden Zugpferden Julia Roberts und George Clooney bekam nicht nur euphorischen Zuspruch. Trotzdem waren es die beiden Hauptakteure, die mich ins Kino getrieben haben. Denn irgendwie mag man die beiden immer wieder gerne miteinander spielen sehen.

Wieder einmal lernen wir, dass das Spätwerk von Julia Roberts unterschätzt wird. Auch in Duplicity (mit Clive Owen) und Larry Crowne (mit Tom Hanks) verkörpert sie die nicht mehr ganz so junge aber beeindruckende Frau mit Lebenserfahrung auf eine sehr authentische Art und Weise. Und George Clooneys Tanz-Moves als Börsen-TV-Volltrottel sind allemal das Eintrittsgeld wert. Also: Rein ins Kino.

Lee Gates (George Clooney) ist ein schräger Börsen-TV-Moderator und moderiert die Sendung „Money Monster“. Seine Regisseurin Patty (Julia Roberts) ist schon lange seine berufliche Wegbegleiterin, doch sie steht kurz vor dem Absprung zur Konkurrenz. In seiner heutigen Sendung will Gates den Absturz der Firma IBIS, eines seiner früheren Aktientipps behandeln. Der Wert dieser Aktien ist implodiert, weil dem Fondsvermögen plötzlich ein paar hundert Millionen Dollar fehlen. Doch Walt Camby, der CEO der Firma, ist verschwunden und wird von seiner Pressesprecherin Diane Lester vertreten. Am Beginn der Sendung betritt ein Paketbote das Studio und zwingt Lee mit vorgehaltener Pistole, ein Sprengstoffweste anzuziehen. Wie sich später herausstellt, ist Kyle Budwell ein werdender Vater, der sein gesamtes Vermögen durch die Börsenpleite der Firma verloren hat. Er will sich am CEO rächen und verlangt, dass die Sendung weitergeht. Die Redaktion beginnt fieberhaft, dessen Verbleib zu recherchieren und kommt dabei seinen Machenschaften auf die Schliche. Offenbar hat es hier einen richtigen Betrugsfall gegeben. Als die New Yorker Polizei sich einschaltet, nimmt die Dramatik zu. Das Studio wird bis auf das notwendigste Personal geräumt. Die Cops bringen Kyles schwangere Freundin ins Studio, doch das Gespräch zwischen beiden eskaliert, als diese ihn als Vollversager bezeichnet. Inzwischen ist Finanzgangster Camby in New York gelandet. Seine PR-Chefin, die zwischenzeitlich von den anderen Firmenchefs ausgebootet wurde, zweifelt an Cambys Darstellung und informiert Patty über die krummen Machenschaften. Jetzt verabredet man sich zu einem angeblichen Interview, das Patty, Lee und Kyle zum Showdown nutzen. Vor laufenden Kameras kommt es zu einem turbulenten und blutigen Ende.

Fosters Film kritisiert gleichzeitig die Medien- und die Finanzwelt. Die Abhängigkeit der Börsen vom schnellen Computerhandel und die daraus entstehenden Manipulationspotenziale werden genauso aufgezeigt wie die Macht der Medien auf die kurzfristige Kursentwicklung. George Clooney mimt einen gewissenlosen Spekulanten und Entertainer, der vor keiner Zote und keinem Gag kaltmacht. Seine Regisseurin Patty ist etwas geläuterter, aber letztlich auch ein Vollprofi. Kyle verkörpert die Perspektive der mittellosen amerikanischen Unterschicht, deren Verzweiflung sie zur Waffe greifen lässt. Manchmal ist das alles ein bisschen viel, aber Foster gelingt es trotz allem, einen gleichzeitig witzigen und spannenden Plot zu zaubern. Ein bisschen erinnert das an die Screwball-Komödien von Jack Lemmon aus den sechziger Jahren. Ein sehr unterhaltsamer Film, in dem die Hauptdarsteller nicht gerade brillieren, aber solides Handwerk und gut anzuschauende Gesichter abliefern.

    Filmfacts

  1. Bei einem Budget von 27 Millionen Dollar ist das Einspielergebnis von 51 Millionen Dollar wohl noch gerade so in Ordnung.
  2. Aufgrund von Terminproblemen mussten Clooney und Roberts fast immer alleine drehen.
  3. Es ist die vierte Zusammenarbeit von Clooney und Roberts, die erfolgreichsten waren die bei den „Oceans“ – Filmen.
  4. Der Reporter am Ende heißt Terry Benedict – genau wie Julia Roberts Film-Ehemann in den Oceans-Filmen.
  5. Es ist extrem unrealistisch, dass ein Fernsehsender im Fall eines Überfalls auf Sendung bleiben würde.

Money Monster (2016)
Money Monster poster Rating: 6.5/10 (52 votes)
Director: Jodie Foster
Writer: Jamie Linden (screenplay), Alan DiFiore (screenplay), Jim Kouf (screenplay), Alan DiFiore (story), Jim Kouf (story)
Stars: George Clooney, Julia Roberts, Jack O'Connell, Dominic West
Runtime: 98 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 13 May 2016
Plot: Financial TV host Lee Gates and his producer Patty are put in an extreme situation when an irate investor takes over their studio.

Rating: 8.0. From 1 vote.
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