Mars Attacks!

Mars Attacks
“Mars Attacks!” ist eine großartige Satire auf Katastrophenfilme. Tim Burton als Regisseur und ein Großaufgebot an Stars sind Grund genug, den Film anzuschauen. Als Fan von Jack Nicholson wurde ich auch nicht enttäuscht.

Außerirdische attackieren die Erde und werden von selbstgefälligen Amerikanern empfangen, die alle niedergemetzelt werden bevor ein Teenager eine Gegenwaffe entdeckt.

Eine Armada aus fliegenden Untertassen umschwärmt die Erde. Als die ersten Bilder der Besucher vom Mars den amerikanischen Präsidenten James Dale (Jack Nicholson) erreichen, berät er mit seinem Stab, wie man die Marsianer am besten empfängt. Der englische Experte Donald Kessler (Pierce Brosnan) ist überzeugt, dass die Außerirdischen einer höheren Intelligenz zuzuordnen sind und deswegen friedlich sein werden. General Decker (Rod Steiger) ist da ganz anderer Meinung. Er will sie sofort zurück zum Mars bomben („Nuc them“). Doch Dale folgt dem Rat seines Pressechefs Jerry Ross (Martin Short) und beschließt, aus der Ankunft eine große PR-Show zu machen. Bei der Landung eines Ufos in der Wüste von Nevada treffen die Marsianer auf eine Abordnung aus Militärs und esoterischen Friedensaktivisten. Als diese eine weiße Taub in den Himmel fliegen lassen, nehmen die Marsianer das zum Anlass, alle Anwesenden mit ihren Laserpistolen in Gerippe zu verwandeln.

Spätestens hier wird klar, dass die Marsbewohner sich einen Spaß daraus machen, die Erdbevölkerung zu massakrieren. Nur der Präsident mit seinen Beratern merkt das nicht und lädt den Botschafter der Außerirdischen zu einer Rede in den amerikanischen Kongress ein. Auch die Kongressabgeordneten bestehen danach nur noch aus roten und grünen Knochen und Donald Kessler findet sich in einem Raumschiff wieder. Allerdings besteht er nur noch aus seinem Kopf, der in der Luft hängt.
Überall auf der Welt zerstören jetzt Raumschiffe alles, was ihnen im Weg steht. Auch Präsident Dale und sein Stab gehören dazu. Erst als der junge Richie Norris (Lukas Haas) zusammen mit seiner senilen Großmutter Florence (Sylvia Sidney) entdeckt, dass die Köpfe der Marsianer beim Hören des Slim Whitman-Songs „Indian Love Call“ explodieren, ist eine Waffe gegen die Eindringlinge gefunden. Mit großen Lautsprechern, aus denen der Jodel-Song tönt fahren daraufhin die Militärs durch die Gegend und die kleinen grünen Monster fallen reihenweise um. Die Erde ist gerettet.

Eine ziemlich abgefahrene Geschichte. Tim Burton wurde inspiriert von Sammelkarten aus den 60ern, die in grellen Farben eine Invasion der Erde durch Marsianer zeigten. Die Karten waren kein Erfolg und wurden bald wieder eingestellt. Deshalb sind sie heute auch begehrte Sammlerstücke. Aus diesem Grund ist der Film in ziemlich grellen Farben produziert. Auch die Techno-Szene in den 90ern hat diesen Look wieder aufgegriffen. Obwohl Burton später sagte, dass man den Film in keine Zeit einordnen kann, sehen die Klamotten und Autos doch sehr nach den 70er Jahren aus. Die grünen Männchen und die Spezialeffekte sind sehr trashig. Und die bekloppten Amerikaner um den US-Präsidenten machen den Humor des Films aus. In ihrer Naivität und Selbstzufriedenheit erkennen sie nicht, was die Marsbewohner wirklich vorhaben. Dazu gesellen sich noch die Friedensaktivisten, die betend die Außerirdischen empfangen wollen. Burton karikiert mit „Mars Attacks“ Science-Fiction-Filme wie „Krieg der Welten“ oder „Independence Day“. Und das macht richtig Spaß. Nicht zuletzt auch wegen dem riesigen Staraufgebot. Angeführt von Jack Nicholson, der einen herrlich selbstgefälligen US-Präsidenten spielt. Mit einer hochdiplomatischen Rede rührt er den Mars-Botschafter zu Tränen, bevor dieser ihn tötet und sich eine Marsfahne aus seinem toten Körper entfaltet. Die Liste der Top-Schauspieler ist lang: Glenn Close, Natalie Portman, Sarah Jessica Parker, Danny de Vito, Annette Bening, Michael J. Fox, Christina Applegate und Jack Black. Und ein smarter Tom Jones, der sich selber spielt und am Schluss zwischen Rehen und Wüstentieren einen Song schmettert.
Also alles ziemlich überzogen und eine echte Satire. Ich würde sagen, ein B-Movie auf höchstem Niveau, der zeigt, dass Tim Burton auch Humor kann.

Fakten:
1. Im Film wird das Las Vegas-Hotel „Art Land“ zerstört. Dafür wurde die echte Sprengung des Hotels abgewartet und in den Film eingebaut.
2. Laut Tim Burton sind die Skelette grün und rot, weil der Film an Weihnachten herausgebracht werden sollte.
3. Das Kleid der Mars-Frau hat keine Reisverschlüsse und die Darstellerin Lisa Marie wurde jeden Tag beim Dreh in das Kleid eingenäht.
4. Der kleine Hund der TV-Moderatorin Nathalie Lake gehört in Wirklichkeit Lisa Marie, die die Marsfrau spielt.
5. „Mars Attacks!“ ist der letzte Kinofilm von Sylvia Sidney, die die Großmutter spielt.
6. Die Fische im Aquarium im Weißen Haus zeigen den kompletten Cast von „Findet Nemo“ inklusive Nemo selber.
7. Das T-Shirt von Lukas Haas ist von der Band „Alien Sex Fiends“ von der Burton ein Fan ist.

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