Joy – Alles außer gewöhnlich

Außergewöhnlich begabte Tochter einer Chaosfamilie erfindet Wischmop und wird trotz ihrer Familie, die ihr ständig Knüppel zwischen die Beine wirft, erfolgreich.

Wieder ein Film des magischen Vierecks Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Robert DeNiro und Regisseur David O. Russell. Grund genug für den Gang ins Kino meiner Wahl, um „Joy – Alles außer gewöhnlich zu sehen“.

Joy (Jennifer Lawrence) ist die außergewöhnlich begabte Tochter des Werkstattbesitzers Rudy Mangano (Robert DeNiro) und seiner Ex-Frau Terri, die sich den ganzen Tag hinter dem Fernseher versteckt und ihre Seifenopern schaut. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in einem abbruchreifen Haus und arbeitet als Schalterangestellte bei einer Fluglinie. Wegen der prekären finanziellen Situation der Familie leben auch Joys Ex-Mann Tony, ein erfolgloser Nachtclubsänger und ihre Großmutter Mimi mit im Haus. Joy hilft allen, auch ihrer Halbschwester Peggy. Vater Rudy lernt die reiche Witwe Trudy (Isabella Rosselini) kennen. Als es auf ihrer Yacht zu einem Unfall mit einem Rotweinglas kommt, versucht Joy, das Malheur zu beheben und schneidet sich die Hände. Daraus erwächst die Idee eines Mobs, der sich selbst auswringt. Sie kann Trudy als Finanzier gewinnen und organisiert gemeinsam mit ihrer alten Freundin Jackie (Dascha Polenco) die Produktion. Doch Trudy hat Bedingungen eingebracht und einen Patentanwalt und einen Hersteller für die Einzelteile bestimmt. Joy versucht, ihre Putzgeräte an den Mann zu bringen, scheitert jedoch kläglich. Durch einen Kontakt ihres Ex-Manns gelangt sie zu Neil Walker, einem Manager beim damals noch ganz neuen Home-Shopping-Sender QVC. Er glaubt an die Idee und bestellt 50.000 Stück. Deren Präsentation durch einen der Verkaufsprofis misslingt aber und Joy steht vor den Trümmern ihrer Existenz. Sie fährt zu Neil und erreicht, dass sie das Produkt selber im Fernsehen vorstellen darf. Trotz anfänglicher Pannen wird sie damit zur Star-Verkäuferin. Der Tod ihrer geliebten Großmutter bringt die Familie wieder zusammen. Probleme beim Lieferanten hat Vater Rudy an die Halbschwester Peggy delegiert, was durchs Peggys Ahnungslosigkeit fast zum Ruin der Firma führt. Abermals reist Joy in die Ferne, um ihr Lebenswerk zu beschützen. In Kalifornien deckt sie auf, dass der Lieferant dabei ist, ihr die Patente zu klauen. Der von Trudy beschäftigte Anwalt hat auf ganzer Linie versagt, Joy muss offenbar Konkurs anmelden. Doch bei der Lektüre sämtlicher Unterlagen stößt sie auf Ungereimtheiten und reist nach Texas zum Chef des Unternehmens, das ihre Patente stehlen will. Sie stellt den Mann zur Rede und kann ihre Patente behalten. Später entwickelt sie ein eigenes Firmenimperium und vermarktet allerhand haushaltsbezogene Innovationen.

Dieser Film wurde mit Vorschusslorbeeren überschüttet. Vielleicht war ich deshalb etwas enttäuscht. Denn irgendwie verfängt die Geschichte nicht. Vielleicht liegt es am fehlenden Humor – ich habe selten so wenig im Kino gelacht. Wirklich überzeugen tut nur das grandios zusammengestellte Ensemble, allen voran Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, dass die gegensätzlichen und schrägen Charaktere sehr detailliert präsentiert. Die Geschichte einer Tochter mit einem innerfamiliären Helfersyndrom und einer zutiefst undankbaren Familie ist schräg, aber nachvollziehbar und dadurch nicht so wirklich aufwühlend. Ich sehe hier kein Oscar-Potenzial, sondern allenfalls solides Handwerk und wieder einmal ein bisschen zu viel amerikanisches Hollywood-Pathos. Kann man sehen, muss man aber nicht.

Filmfacts

  1. Der Film entspricht nur in Grundzügen dem Leben von Joy Mangano, Regisseur Russell veränderte das Drehbuch und fügte viele Begebenheiten aus dem Leben anderer erfolgreicher weiblicher Unternehmerinnen hinzu.
  2. Während der Dreharbeiten soll es einen – von Jennifer Lawrence dementierten – Streit zwischen der Hauptdarstellerin und Regisseur David O. Russell gegeben haben.
  3. Wegen Schneefalls in Boston mussten die Dreharbeiten im Februar 2015 verschoben werden.
  4. Der Film bekam zwei Golden Globe Nominierungen, eine davon für Jennifer Lawrence.
  5. Der Miracle Mob und Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence erblickten beide 1990 das Licht der Welt.


Joy (2015)
Joy poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: David O. Russell
Writer: David O. Russell (screenplay), Annie Mumolo (story), David O. Russell (story)
Stars: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Bradley Cooper, Édgar Ramírez
Runtime: 124 min
Rated: PG-13
Genre: Biography, Comedy, Drama
Released: 25 Dec 2015
Plot: Joy is the story of a family across four generations and the woman who rises to become founder and matriarch of a powerful family business dynasty.

Rating: 6.0. From 1 vote.
Please wait...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.