James Bond: Stirb an einem anderen Tag

Stibaneinemanderen TagNach der Premiere habe ich diesen Film nicht wieder komplett gesehen. Da die schöne Bond-Box im Regal so schön funkelte, wollte ich mir mal einen Abend mit Halle Berry gönnen:

James Bond legt sich mit nordkoreanischem Diktatorsohn und verbrecherischem Multimillionär an, wird verraten und bringt dabei einen Eispalast in Island zum Schmelzen.

Bond (Pierce Brosnan) goes Surfing und will einen „Waffen-für Diamanten“-Deal in Nordkorea sabotieren. Dort verkauft der Sohn des Diktators innerhalb der demilitarisierten Zone Waffen gegen Blutdiamanten. Bond gibt sich als Händler aus und sprengt den Diamantenkoffer – wird aber durch Verrat enttarnt und gerät für mehrere Monate in ein Gefangenenlager. Dort wird er gefoltert, kommt aber im Austausch frei. Seine Chefin traut ihm nicht mehr, weil während seiner Gefangenschaft Geheimnisse verraten wurden. Bond flieht vor den eigenen Leuten, entkommt nach Hong Kong, vereinnahmt die Chinesen für sich und macht sich auf die Suche nach seinen Gegnern. In Kuba trifft er auf Jinx (Halle Berry) und entdeckt auf einer Klinikinsel seinen Gegner, dieser entkommt jedoch. Die Spur führt nach London, wo der Diamantenschürfer Gustav Graves Aufmerksamkeit erregt. Es kommt zur Wiederversöhnung mit seiner Chefin M (Judi Dench) und einem lustigen Treffen mit dem neuen Chefingenieur Q (John Cleese). Nach einem aufsehenerregenden Duell in einem Londoner Fechtclub wird Bond zur Präsentation von Graves neuem Satellitenprojekt in ein spektakuläres Eishotel nach Island eingeladen. Dort trifft er wieder auf Jinx, die sich als amerikanische Agentin zu erkennen gibt. Mit dabei ist auch Graves Assistentin Miranda Frost (Rosamund Pike), die ebenfalls für den britischen Geheimdienst arbeitet. Dort entdeckt Bond, dass Graves in Wirklichkeit der umoperierte Diktatorsohn ist und dass er Pläne gegen Südkorea schmiedet: Das Satelliten-Beleuchtungssystem soll den Minengürtel zwischen den beiden verfeindeten Teilen Koreas zerstören und so einem großen Angriff des Nordens den Weg bereiten. Die vermeintliche Kollegin Frost erweist sich als übergelaufene Agentin und wird zur stärksten Widersacherin Bonds. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd durchs Eis gelingt den Gangstern die Flucht – während Bond wieder surfen geht. In Korea kommt es daraufhin an Bord eines Flugzeugs zum Showdown zwischen Gut und Böse.
Nach dem Genuss des Films beschlich mich die Erkenntnis, dass ich jetzt verstanden habe, warum mit dem folgenden Film „Casino Royal“ so ein radikaler Kurswechsel vollzogen wurde. Wir sprechen hier nicht über einen wirklich schlechten Film, es gibt gute Action, spektakuläre Szenen und eine packende Geschichte. Aber bei Filmen dieser Reihe ist meine Erwartungshaltung immer sehr hoch. Wir jammern hier auf hohem Niveau: Dieser Bond zeigt eine quasi überreife Version des britischen Gentleman, wahrscheinlich sind die lächerlichen Surfszenen einfach nur die Spitze des Eisbergs. Halbgare CGI-Effekte vernebeln eine Story, die eigentlich gar nicht so schlecht ist, die aber um des Spektakulären Willens immer ausgefallenere und unrealistische Schauplätze sucht. Pierce Brosnan positioniert sich unglücklich genau zwischen Sean Connery und Roger Moore und kann wenig Akzente setzen, ebenso geht Halle Berry als schlagkräftige Jinx etwas unter. Auch Rosamund Pike kommt nicht wirklich zur schauspielerischen Entfaltung – was diesen Bond unter dem Strich zu einem der etwas schwächeren Exemplare der großartigen Reihe macht. Und Madonna stellt sowohl ihre fehlenden schauspielerischen Talente als auch die manchmal begrenzten musikalischen Fähigkeiten eindrücklich unter Beweis, der Titelsong gehört zu den schwächsten der Reihe. Einziger Lichtblick ist John Cleese, der sich als würdiger Nachfahr von Desmond Llewelyn als Q positioniert. Ein Bond, den man (einmal) gesehen haben muss – der Vollständigkeit halber. Dann kann die Silberscheibe wieder im schmucken Schuber verschwinden. Gedreht – und nicht zerkratzt.

Filmfacts:

  1. Die Drehbuchautoren übernahmen einige nicht verwendete Aspekte des Buchs für „Moonraker“, u.a. den Fechtclub. Aus der Verräterin „Gala Brand“ wurde dann Miranda Frost.
  2. Rosamund Pike hat in diesem Film ihr Leinwanddebüt.
  3. Der Film hat sich dank des umfangreichen Product Placements von 20 Firmen schon früh amortisiert – hierfür wurden 70 Millionen US-Dollar eingesammelt
  4. Im 20. Film der Reihe gibt es viele Verweise auf alte Bonds – die meisten davon in Q’s Labor, wo alte Ausrüstungsgegenstände wieder gezeigt werden.
  5. Es ist der letzte Bond-Film, der noch auf VHS veröffentlicht wurde.
Die Another Day (2002)
Die Another Day poster Rating: 6.1/10 (163,396 votes)
Director: Lee Tamahori
Writer: Ian Fleming (characters), Neal Purvis, Robert Wade
Stars: Pierce Brosnan, Halle Berry, Toby Stephens, Rosamund Pike
Runtime: 133 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Adventure, Thriller
Released: 22 Nov 2002
Plot: James Bond is sent to investigate the connection between a North Korean terrorist and a diamond mogul who is funding the development of an international space weapon.

James Bond – Stirb an einem anderen Tag [Blu-ray]

Price: EUR 7,99

3.8 von 5 Sternen (263 customer reviews)

22 used & new available from EUR 5,79

No votes yet.
Please wait...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.