Inception

inception
Eine Story in der Tradition von „Matrix“, Regisseur Christopher Nolan, der mit „The Dark Knight“ ein Meisterwerk abgeliefert hatte, sowie Leonardo DiCaprio. Drei gute Gründe, um „Inception“ 2010 im Kino anzuschauen. Und er funktioniert immer wieder.

Um einem Milliardenerben einen Gedanken „einzupflanzen“ begibt sich ein Spezial-Team über seine Träume, in sein Unterbewusstsein.

„Inception“ hat in mehrfacher Hinsicht Geschichte geschrieben. Er zählt zu den 40 erfolgreichsten Filmen, weil er mit einem Produktionsbudget von 160 Millionen Dollar fast 900 Millionen Dollar eingespielt hat. Doch vor allem die intelligente Story und seine Machart, haben diesem Film zu unzähligen Preisen verholfen, darunter vier Oscars.

Es geht um Leben in Parallelwelten. In der Zukunft ist es möglich, sich mit mehreren Leuten in Träumen zu bewegen, als wären sie Wirklichkeit. Dominick Cobb (Leonardo DiCaprio) hat sich mit Hilfe dieser Technik darauf spezialisiert, in Träume von Zielpersonen „einzusteigen“, um aus deren Unterbewusstsein Geheimnisse zu erfahren, für die er gut bezahlt wird (Extraction). Um das zu tun, kann er die Träume durch „Architekten“ gestalten lassen, wie er es möchte, um das Unterbewusste der Person besser zu steuern. Diese Technik hat er so verfeinert, dass es ihm auch möglich ist, die Zielperson in einem Traum schlafen zu lassen, um so in einem Traum im Traum noch tiefer ins Unterbewusstsein zu gelangen. Um das zu tun, muss sicher sein, dass die Zielperson nicht mittendrin aufwacht. Deswegen gibt er ihm ein sehr starkes Betäubungsmittel. Wichtig ist natürlich trotzdem, dass man wieder aufwacht. Am besten geht das über einen „Kick“. Das ist das Gefühl, zu fallen oder in Wasser unterzutauchen. Jeder Mensch wacht dann automatisch auf. Um zu wissen, ob man sich auch wieder in der Realität befindet, dreht Cobb einen Drehkreisel. Wenn dieser sich ewig dreht und nicht umfällt, weiß er, dass er noch in einer Traumwelt ist. Wichtig ist noch zu wissen, dass die Zeit im Traum langsamer vergeht. Fünf Minuten in der Realität entsprechen einer Stunde im Traum und ein Vielfaches an Stunden im Traum des Traums. Man kann bis zu vier Ebenen tief gehen. Wenn man allerdings auf der zweiten oder dritten Traumebene getötet wird, gelangt man in die vierte Ebene, dem Limbus, von dem man aufgrund der starken Betäubung nur schwer wieder zurückkommt. In der zweiten Traumebene ist der Tod nichts Schlimmes, dann wacht man automatisch auf. Dieses Gefühl kennt jeder, bevor man im Traum stirbt, wacht man auf.

Cobb hat mit seiner Frau Mal (Marion Cotillard) schon viele Jahrzehnte glücklich im Limbus verbracht. Doch als sie wieder aufwachen, glaubt Mal, dass sie sich immer noch in einem Traum befindet und begeht Selbstmord. Cobb wird des Mordes verdächtigt und muss fliehen und seine Kinder in den USA zurück lassen. Als ihm ein japanischer Geschäftsmann als Belohnung für einen Spezialjob die Rückkehr zu seinen Kindern verspricht, sagt Cobb sofort zu. Es geht diesmal nicht darum Informationen in den Träumen zu erfahren, sondern im Gegenteil, eine Information dort im Unterbewusstsein der Zielperson zu platzieren, damit diese nach dem Aufwachen, danach handelt (Inception). Bei dem Auftrag soll Robert Fisher jr. (Cillian Murphy), dem Erben eines Energiekonzerns, kurz nach dem Tod seines Vaters der Gedanke eingepflanzt werden, den Konzern zu zerschlagen. Der japanische Auftraggeber ist ein Konkurrent und möchte so verhindern, dass der Energiekonzern zum Weltmarktführer aufsteigt. Cobb stellt ein Team aus Spezialisten zusammen, die gemeinsam bis in die dritte Traumebene gelangen, in der der Fisher jr. seinem sterbenden Vater begegnet, der ihm den Auftrag zur Zerschlagung des Imperiums gibt. Doch auf den verschiedenen Traumebenen geht so Einiges schief, weil das Unterbewusstsein von Fisher jr. darauf trainiert wurde, solcher Traumeinsteiger abzuwehren. Und so müssen Cobb und seine Leute permanent gegen eine Armee von Killern kämpfen. Der japanische Auftraggeber wird dabei tödlich verletzt, so dass Cobb ihn im Limbus suchen muss, denn schließlich will er ja nach Erledigung des Auftrags zu seinen Kindern zurück. Am Schluss sieht man Cobb, wie er seine Kinder begrüßt. Doch er dreht noch einmal seinen Kreisel. Bevor dieser umfällt, ist der Film zu Ende. So fragt sich der Zuschauer natürlich, ob sich Cobb in der Realität, oder in einer Traumwelt befindet. Diese Frage bleibt unbeantwortet. Obwohl Christopher Nolan in einem Interview darauf hingewiesen hat, dass wichtig ist, dass Cobb dem Kreisel keine Beachtung mehr schenkt. Es ihm also egal ist, ob die Welt in der seine Kinder leben Realität ist, oder nicht. Er möchte nur bei ihnen sein.

Im Film muss man ständig aufpassen, auf welcher Traumebene sich die Darsteller jeweils befinden. Zumal die Vorgeschichte mit Cobbs Frau Mal auch noch erzählt wird. Also eine kleine intellektuelle Herausforderung, die aber Millionen von Kinobesuchern locker gemeistert haben. Gleichzeitig bietet diese Geschichte auch genügend philosophische Ansätze. So liegt der Hinweis auf Platons Höhlengleichnis auf der Hand. Nicht umsonst hat Christopher Nolan fast 10 Jahre an dem Script geschrieben. Und das ist neben den Darstellern und den phantastischen Bildern die Stärke von „Inception“. Es werden nicht oft solche anspruchsvollen Geschichten geschrieben, die trotz hoher Komplexität in sich stimmig sind und zum Nachdenken anregen. Und das Ganze als Actionfilm verpackt, der an keinem Punkt die Spannung verliert, ist schon die ganz hohe Kunst des Filmemachens.

Einige wenige Kritiker warfen Nolan vor, die Traumwelten zu wenig phantasievoll gestaltet zu haben. Da wäre mehr drin gewesen, meinten sie. Die Frage ist berechtigt, aber auch die Gegenfrage sollte man stellen. Was hätte es dem Film gebracht, wenn die Traumwelten völlig unrealistisch gewesen wären? Klar, noch mehr phantastische Bilder, aber wahrscheinlich auch mehr Verwirrung. Das das Unmögliche möglich ist, zeigt Nolan an mehreren Stellen. Vor allem, als halb Paris hochgeklappt und auf den Kopf gestellt wird. Oder wenn die Träume wegen äußerer Einflüsse auf den Träumenden in sich zusammenbrechen, kurz bevor er aufwacht. So wird ein riesiger Palast mit Wasser geflutet, weil Cobb in eine Badewanne getaucht wird, um aufzuwachen. Das sind super Effekte, die Spaß bringen. Überladen sollte man deswegen die Traumwelten nicht, sonst leidet die Handlung. Dazu noch ein paar nette Ideen. Zum Beispiel, dass es im Traum wie aus Kübeln schüttet, weil der Träumende vor dem Schlafen zu viel getrunken hat.

Neben vielen anderen Filmen, wurde Nolan auch von den Bond-Filmen beeinflusst. Das merkt man daran, dass auf vier Kontinenten gedreht wurde und vor allem die Jagdszenen auf Skiern erinnern stark an Bond. Aber solche Zitate sind üblich und werden sehr geschätzt. „Inception“ hat auf jeden Fall das Zeug zum Klassiker, so wie „Matrix“. Komischerweise, wird er nicht so oft zitiert, wie „Matrix“, obwohl ihn mindestens genau so viele Menschen gesehen haben. Aber das liegt wohl daran, dass „Matrix“ früher dran war. Doch „Inception“ ist ein Muss für jeden Fan des Genres und gehört in jede Blu-Ray/DVD-Sammlung.

Fakten:
1. Auf die Frage, ob der Kreisel am Schluss fällt oder nicht gibt sich Nolan amüsiert und wundert sich, warum die Leute glauben, er würde es ihnen verraten.
2. Der Sohn von Cobb im Film wurde von Nolans echtem Sohn gespielt.
3. Der Zug im Traum wurde auf einen Lastwagen draufgebaut. Nur die Vorderfront war aus Stahl, damit er auch die herumstehenden Autos rammen konnte.
4. Nolan verzichtete bewusst auf eine 3D-Produktion und als es später eine 3D-Version auf Blu-Ray gab, fand er die 2D-Version immer noch besser.
5. Die gesamte Filmkomposition von Hans Zimmer beruht auf Variationen des Edith Piaf-Liedes „Non, je ne regrette rien“, mit dem die Träumenden auf das Aufwachen vorbereitet werden.
6. Warner Bros. Investierte 100 Millionen Dollar in eine Marketingkampagne.
7. Die Anfangsbuchstaben der Protagonisten ergeben das Wort „Dreams“.
8. Die Filmdauer von 2 Stunden und 28 Minuten bezieht sich auf das Edith-Piaf-Lied, das 2 Minuten und 28 Sekunden dauert.

Inception (2010)
Inception poster Rating: 8.8/10 (1,344,593 votes)
Director: Christopher Nolan
Writer: Christopher Nolan
Stars: Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy
Runtime: 148 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Mystery, Sci-Fi
Released: 16 Jul 2010
Plot: A thief who steals corporate secrets through use of the dream-sharing technology is given the inverse task of planting an idea into the mind of a CEO.
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