Gesprengte Ketten

GreatEscapeAuch wenn wir hier einen hohen Anteil an Gefängnisfilmen „verarbeiten“ – wir sind nicht das Fachblog für den Knastfilm. Aber „Gesprengte Ketten“ ist einer der Filme, die man gesehen haben muss. Der Kriegsfilm aus dem Jahre 1963 wurde in Bayern gedreht und verfügt über eine Besetzung, die ihresgleichen sucht. Allen voran der legendäre Steve McQueen

Vornehmlich britische Besatzung eines Kriegsgefangenenlagers für Ausbruchsspezialisten unternimmt einen logistisch fast perfekt geplanten Ausbruch.

Offiziere in Kriegsgefangenschaft haben den Auftrag, entweder auszubrechen oder ihre Bewacher so zu beschäftigen, dass übermäßig viele kriegswichtige Ressourcen gebunden werden. Gemäß dieser Devise handeln die berüchtigsten Ausbrecher der britischen Luftwaffe, die jetzt in ein frisch gebautes deutsches Lager gebracht werden. Unter der Oberaufsicht des Luftwaffenoberst von Luger will man dort aufpassen, dass den Gefangenen nicht zum 17. Mal die Flucht gelingt. Zu den Briten gesellt sich der amerikanische Flieger Virgil Hilts (Steve McQueen), der schon am ersten Tag bei der Inspektion des Zauns erwischt wird und zur Strafe in den Bunker kommt – was ihm den Spitznamen „Bunkerkönig“ einbringt. Unter der Führung des Lagerältesten Captain Rupert Ramsey (James Donald) versammeln sich das Organisationsgenie Mr. X. aka Roger Bartlett (Richard Attenborough), der „Allesbesorger“ Bob Hendley (James Garner) , der Maulwurf Archibald Ives (Angus Lennie) und der Grabungsspezialist Danny Willinski (Charles Bronson). Während Hilts gleich nach seiner Entlassung aus dem Bunker einen Schnellausbruch versucht – und wieder im Bunker landet -, planen die anderen ein umfangreiches Grabungsunterfangen mit drei Tunnels. Hier entstehen größere organisatorische Probleme, die aber allesamt gelöst werden – vom nötigen Holz bis zur Entsorgung des Grabungsgutes. Eine eigene Fälscherwerkstatt ist nur damit beschäftigt, Papiere für den Ausbruch zu besorgen, dazu werden allzu vertrauensseligen Bewachern Brieftaschen geklaut. All dieses geschieht unter der ständigen Angst, erwischt zu werden. Am amerikanischen Nationalfeiertag organisiert Hilts eine Feier mit selbstgebranntem Schnaps, es ist kurz vor dem geplanten Ausbruch – ganze 250 Soldaten sollen fliehen. Aber während die Insassen draußen feiern, entdeckt eine Patrouille einen der Tunnel. Ives, der sich schon fast in Freiheit wähnte, unternimmt einen verzweifelten Versuch, den Zaun zu durchbrechen und wird dabei erschossen. Die anderen ändern ihre Pläne und konzentrieren sich auf einen der drei Tunnel. Erst in der Nacht des Ausbruchs entdecken Sie, dass der Tunnel trotz genauer Planung zu kurz ist und nur bis kurz vor den Waldrand reicht. Nur ein paar Handvoll Gefangener entweicht und liefert sich ein Katz- und Maus-Rennen mit den Bewachern. Einige kommen um, am spektakulärsten flieht Steve McQueen mit einem Motorrad. Einige der Wiedereingefangenen werden von der SS auf dem Rückweg ins Lager erschossen – dort wird schließlich auch der Lagerkommandant ausgetauscht. Die verbliebenen Ausbrecher schmieden neue Pläne.

Dieser Film hat eine wirklich grandiose Besetzung und begründete den Ruf von Steve McQueen als einem der coolsten Schauspieler der Nachkriegszeit. Seine Darstellung prägt diesen Film, seine Flucht auf dem Motorrad ist eine der spektakulärsten Szenen des Films. Aber auch James Garner, Richard Attenborough und Charles Bronson spielen sehr stark. Sie geben dem Geschehen – das auf Tatsachenberichten basiert – menschliche und persönliche Züge und setzten gute Kontrapunkte gegen Pathos und Klischees. Dann natürlich sind hier die Deutschen Böse und die Engländer gut. Aber ganz so plakativ ist es gottseidank nicht, es gibt Zwischentöne, beispielsweise in Form des dem militärischen Ehrenkodex mehr als den Nazis verpflichtete Lagerkommandanten von Luger. Die Geschichte ist spannend und in Form der klassischen Heldenreise erzählt, das gute Storytelling trägt den Film trotz seiner Länge von 2 1/2 Stunden. Immer wieder kommt es zu Rückschlägen und deren Bewältigung durch Kreativität. Mut und Einfallsreichtum der Gefangenen tragen den Plot – später, auf der Flucht kommen dann einige Action-Elemente dazu, die im Vergleich mit heutiger Filmtechnik bis auf die Motorradszenen kaum spektakulär erscheinen. Diesen Film muss man mindestens einmal gesehen haben, er ist ein gutes Beispiel für auf fremdem Boden gemachtes Hollywoodkino. Die ähnlich inspirierte TV-Serie „Ein Käfig voller Helden“ hat später (leider) das Deutschlandbild vieler Amerikaner geprägt.

Filmfacts

  1. Um die Motorradflucht noch spektakulärer erscheinen zu lassen, wurde Steve McQueen auch in eine deutsche Uniform gesteckt und spielt auch einen seiner Verfolger.
  2. Bis auf den Sprung über den Grenzzaun hat McQueen alle Stunts selber gedreht.
  3. Charles Bronson konnte als ehemaliger Bergmann einige Erfahrungen in den Film einbringen, auch die Klaustrophobie musste er nicht spielen.
  4. Viele Schauspieler brachten Kriegserfahrungen mit, James Garner entwickelte seine Rolle nach Erfahrungen im Korea-Krieg.
  5. Die wirkliche Flucht fand nicht im Sommer, sondern im Winter statt.

The Great Escape (1963)
The Great Escape poster Rating: 8.3/10 (154,873 votes)
Director: John Sturges
Writer: Paul Brickhill (book), James Clavell (screenplay), W.R. Burnett (screenplay)
Stars: Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, James Donald
Runtime: 172 min
Rated: APPROVED
Genre: Adventure, Drama, History
Released: 04 Jul 1963
Plot: Allied P.O.W.s plan for several hundred of their number to escape from a German camp during World War II.

Gesprengte Ketten [Blu-ray]

Price: EUR 8,99

 

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