Ender's Game – Das große Spiel

Enders GAmeScience Fiction mit Harrison Ford? Da bin ich dabei und freue mich insgeheim schon auf eine moderne Version des Millenium-Falken. Aber ganz so kam es dann leider doch nicht…

Mithilfe einer von Kindern gesteuerten Raumflotte verteidigt sich die Erde gegen fiese Außerirdische. In der Flotte wächst der junge Ender zum Kommandanten heran und muss schließlich seinen großen Kampf gewinnen.

50 Jahre nach einem verheerenden Angriff der Formics, einer Insektenrasse, auf die Erde, befindet man sich in Erwartung des nächsten Angriffs. Dafür wird eine Armee von Kindersoldaten herangezogen, die in Raumschiffen trainiert wird, um die Erde zu retten. Kinder sollen kreativer und überraschender auf Angriffe reagieren und so das Überleben der Menschheit sichern. Die Kindersoldaten verehren den Kriegshelden Mazer Rackham, der die Angreifer mit einem Selbstmordangriff vernichtet hatte. Ausbildungsleiter Hyrum Graff (Harrison Ford) sucht jetzt unter den Kindern nach dem Nachfolger für diesen Helden. Andrew „Ender“ Wiggin hat zwei ältere Geschwister, die beide von der Raumflotte aussortiert wurden. Er verfügt über große taktische und strategische Fertigkeiten und setzt sich im knallharten Ausbildungsprogramm durch, indem er kluge Allianzen schmiedet und seine Teams immer wieder durch gut geplante Schachzüge zum Sieg führt. Schließlich bekommt er das Kommando über eine Gruppe von Querköpfen, die in anderen Truppen gescheitert sind. Bei einem Zwischenfall kommt es zu einem Kampf mit einem seiner Konkurrenten, als dieser sich bei einem Sturz am Kopf verletzt, will Ender die Raumflotte verlassen, wird aber von seiner Schwester überzeugt, seine Ausbildung fortzusetzen. Im letzten Ausbildungsabschnitt auf einem Außenposten in der Galaxis erkennt Ender, dass sein Held Mazer Rackham (Ben Kingsley) doch noch lebt – er wird zu seinem Ausbilder. Ender lernt zu denken wie ein Formic. Seine letzte Prüfung soll eine Großkampfsimulation sein – diese führt er gemeinsam mit seinem Team durch. Der Kampf wird entschieden, indem Ender einen Großteil seiner Truppen opfert, um den Sieg zu erlangen. Am Ende merkt er dann, dass der Kampf keine Simulation, sondern die wahre Entscheidungsschlacht der Menschheit war. Wiederum plagen ihn Gewissensbisse, weil er nicht nur viele Menschen in den Tod geführt hat, sondern auch eine komplette Rasse – die Formics ausgelöscht hat. Deshalb nimmt er Kontakt zu einem überlebenden Formic auf und gelangt an ein Ei mit einer Königin. Für dieses letzte Exemplar seiner Art sucht er zum Schluss eine neue Heimat.

Ja, leider ist der Film genauso schlecht wie die Handlungszusammenfassung es erahnen lässt. Die mit reichlich Moralin versetzte Handlung versucht, kritisch mit dem militärischen Drill und der Ausbildung von Kindersoldaten umzugehen. Aber genau diesen Punkt verfehlt der Film – es wird nicht das Grundsätzlche infrage gestellt, sondern nur hin und wieder -streng dosiert – mit Gewissensbissen operiert. Dadurch werden die Elemente, die das Handeln der Mächtigen infrage stellen, zu wenig betont und es überwiegt die aufgebaute Faszination für den Drill, die Strategiespiele und die Erfolge des jungen Ender. Der Film erinnert nicht nur wegen der Insekten als Feinde ein wenig an den in Deutschland dank einer kräftigen Indizierung wenig bekannten „Starship Troopers“ von Paul Verhoeven. Letztlich geht es hier um einen ähnlichen Plot und den totalitären Versuch der Militarisierung der Gesellschaft, um einen außerirdischen Feind zu bezwingen. Während Verhoeven es mit dick aufgetragenem Pathos und splatterhaften Effekten gelingt, eine ironische Distanz zum Militär aufzubauen, misslingt Gavin Hood dieses Distanzierung in Ender’s Game überhaupt nicht. Schade, dass Harrison Ford und Ben Kingsley sich für solch einen Film hergegeben haben. Selbst die Raumschlachten überzeugen nicht wirklich und die vielen Strategiespiele in Schwerelosigkeit ersticken in Ruhe und Langsamkeit. Auch hier wird ein Stilmittel, das beispielsweise in „2001“ hervorragend funktionierte, um Spannung aufzubauen, falsch eingesetzt und entfaltet keine Wirkung. Ein Film, der reine Zeitverschwendung ist. Leider.

Filmfacts

  1. Die literarische Vorlage für den Film steht auf der Leseliste des US Marine Corps für taktische Ausbildung.
  2. Artisten des Cirque de Soleil trainierten die Darsteller für die Szenen in Schwerelosigkeit.
  3. Teile des Films wurden in einer alten NASA-Fabrik in New Orleans gedreht.
  4. Der Film sollte schon 2003 veröffentlicht werden – damals unter der Regie von Wolfang Petersen.
  5. Die Filmfinanzierung gelang, weil die Produzenten eine Demo der finalen Schlachtszene mit zur Überzeugung von Finanziers nutzen.

Ender's Game (2013)
Ender's Game poster Rating: 6.7/10 (174,247 votes)
Director: Gavin Hood
Writer: Gavin Hood (screenplay), Orson Scott Card (based on the book Ender's Game by)
Stars: Asa Butterfield, Harrison Ford, Hailee Steinfeld, Abigail Breslin
Runtime: 114 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Sci-Fi
Released: 01 Nov 2013
Plot: Young Ender Wiggin is recruited by the International Military to lead the fight against the Formics, a genocidal alien race which nearly annihilated the human race in a previous invasion.

Rating: 10.0. From 2 votes.
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