Die Klapperschlange

Die Klapperschlange„Die Klapperschlange“ habe ich vor vielen Jahren als Eröffnungsfilm auf einem Filmfestival gesehen und war begeistert von der Coolness und Machart. Ein echter Klassiker, der mir immer noch Spaß bringt.

Ein ehemaliger Elite-Soldat soll innerhalb 24 Stunden aus Manhattan, das ein einziges Gefängnis für Schwerverbrecher ist, den US-Präsidenten herausholen.

Ein Klassiker von John Carpenter. Wer diesen Film aus dem Jahr 1981 sieht, wird schnell erkennen, dass spätere Action- und SciFi-Filme, hier ihren Ursprung haben. Auch wenn er heute gegenüber computeranimierten Action-Filmen antiquiert wirkt, ist die Story und Dramaturgie zeitlos. Bei vielen Szenen wird man an spätere Filme erinnert und einmal ,als dunkle Gestalten aus der Kanalisation steigen, sogar an Michael Jacksons Video „Thriller“.

Wenn der Film mit einem schwarzen Bild beginnt und die Töne der Musik zu hören sind, habe ich schon die erste Gänsehaut. Carpenter hat die Musik selber komponiert. Und sie allein schafft es, eine spannungsgeladene Stimmung zu erzeugen. Wir befinden uns im Jahr 1997. Aus Sicht des Jahres 1981 also in ferner Zukunft. Die Verbrechensquote ist um über 400 % gestiegen und so wurde um Manhattan eine 20 Meter hohe Mauer errichtet und die Insel wurde zu einem Gefängnis. Wer hier landet kommt nie wieder raus. Innerhalb der Mauer hat sich eine eigene Gesellschaft aus Schwerverbrechern entwickelt. Außerhalb der Mauer sorgt eine hochtechnologisierte Polizeieinheit dafür, dass niemand flüchtet. Als neuer Gefangener trifft Snake Plissgen (Kurt Russell) ein. Kurz bevor der ehemalige Elitesoldat auf die Insel gebracht wird, stürzt das Flugzeug des US-Präsidenten auf Manhattan. Nur der Präsident überlebt. Weil er auf dem Weg zu einer Konferenz mit der Sowjetunion und China war, um den nächsten Weltkrieg zu verhindern, bleiben nur 24 Stunden, um ihn aus Manhattan zu retten. Für dieses Selbstmordunternehmen wird Snake gewonnen, dem dafür die Freiheit versprochen wird. Mit einem Segelflieger landet er in der Dunkelheit unbemerkt auf dem World Trade Center. Und dann geht der Kampf los.

Kurt Russell hat schon was von einem Rockstar mit seinen langen Haaren, der Augenklappe und dem Schlangentattoo auf dem Bauch. Und sein durchtrainierter Körper wirkt im Vergleich mit den heutigen Muskelprotzen angenehm normal. Obwohl extrem wortkarg ist er ein Sympathieträger, der gezwungenermaßen einem Polizeistaat hilft, den obersten Führer zurück zu holen. Sämtlichen Insassen auf Manhattan, denen er begegnet, ist sein Name ein Begriff. Er ist eine Legende sowohl bei den Kriminellen, als auch bei der Polizei. Russell spielt die Rolle klasse und die Figur wirkt auch heute noch cool. Die Technik und manche schauspielerische Leistung, z.B. des kriminellen Wissenschaftlers „Brain“ sind dagegen überholt und einfach gestrickt. Als der Polizeichef zum Schluss ein Handy benutzt, dass aussieht, wie ein überdimensionaler Toaster, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Aber 1981 hat das sicher beeindruckt.

Ein einzelner harter Kämpfer gegen den Rest der Welt. Das hat schon immer funktioniert. Und als Fan von Gefängnis-Filmen werde ich nicht enttäuscht. Auch Snake muss sich in einer Alternativ-Gesellschaft der Gesetzlosen behaupten. Und am Schluss würgt er auch noch dem Polizeistaat eins rein. Trotz seines Alters macht „Die Klapperschlange“ Spaß und auf YouTube wird er sogar als einer der 100 besten Filme aller Zeiten gewertet.

Fakten:
1. Das Tattoo von Snake ist eine Kobra. Also ist der deutsche Titel völlig falsch. Im Original heißt der Film „John Carpenter’s Escape from New York“.
2. Die Szene, in der die Freundin von “Brain” tot auf der Brücke liegt wurde in der Garage von John Carpenter gedreht. Adrienne Barbeau, die die Maggie spielt ist Carpenters Frau.
3. In Bolivien gibt es tatsächlich eine „Gefängnisstadt“.
4. „Die Klapperschlange“ ist einer der erfolgreichsten Filme der frühen Achtziger Jahre.
5. 1981 waren Computer noch Mangelware. Die Screens im Hintergrund der Polizeizentrale zeigen eigentlich nur leuchtende Felder.

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