Der Klang des Herzens

Der Klang des Herzens Robin Williams
Als Freund von Filmen mit und über Musik habe ich auf den Rat meiner Freundin gehört und diesen Film angesehen.

11-jähriges Waisenkind und Musikgenie ist in New York auf der Suche nach seinen Eltern und wird vom Straßenmusiker zum gefeierten Komponisten einer der angesehensten Musikschulen.

Der 11-jährige Evan Taylor ist ein Waisenkind, der überall Musik hört und fühlt. Sein schulisches Umfeld hält ihn für einen Spinner. Schließlich beschließt er, sich auf die Suche nach seinen Eltern zu machen und haut ab. Mitten in Manhattan sieht er einen anderen Jungen, der auf der Gitarre als Straßenmusiker sein Geld verdient. Der Junge gehört zu Wizard (Robin Williams), ein halb-verrückter Musiker, der mit einer Horde Kinder in einem verlassenen Theater lebt und die Kinder auf die Straßen schickt, um als Straßenmusiker Geld zu verdienen, das sie bei ihm abliefern müssen. Dafür gibt er ihnen im Theater ein Zuhause. Wizard ist schlau genug, das Genie in Evan zu erkennen und unterrichtet ihn an der Gitarre. Schon bald ist Evan, der von Wizard den Künstlernamen August Rush bekommen hat, der neue Star der Truppe. Wizard beschließt mit August ganz groß abzuräumen. Doch als die Polizei das Theater räumt, trifft August in einer Kirche einen Pastor, der ebenfalls das Talent des Jungen erkennt. Er meldet ihn auf der bekannten Juilliard School an, einer renomierte Musikschule. Auch hier kann August mit seinem Genie punkten und schon bald lädt man ihn ein, eine seiner Kompositionen auf einem Konzert der Schule im Central Park aufzuführen.

Der Klang des Herzens
Zwischendurch werden immer wieder die Eltern des Jungen gezeigt, die beide selber Musiker sind. Zu Beginn des Films sieht man wie Louis Connelly (Jonathan Rhys Meyers), Sänger einer irisch-amerikanischen Rockband mit seinen Songs die Herzen der Mädchen zum Schmelzen bringt. Augusts Mutter Lyla Novacek (Keri Russell) ist eine gefeierte Cellistin. Auf einer Party lernen sich die beiden kennen und verbringen die Nacht auf einer Dachterrasse. Leider verlieren sich die beiden direkt danach aus den Augen. Lylas Vater, der nur ihre Karriere im Blick hat, gibt das Kind, das in der Nacht gezeugt wurde, zur Adoption frei, nachdem Lyla einen Unfall hatte. Er erzählt ihr, sie hätte das Kind durch den Unfall verloren. Doch Lyla spürt die ganze Zeit, dass irgendwas nicht stimmt. Voller Trauer über den Verlust gibt sie die Musik auf. Auch Louis hat nach einem Streit mit seinem Bruder die Band verlassen und wird erfolgreicher Geschäftsmann, dem aber die Musik fehlt. Ziemlich schnell merkt man, dass es auf dem Konzert im Central Park zum großen Showdown der getrennten Familie kommt. Wizard versucht noch alles, den Auftritt von seinem Schützling zu verhindern. Doch schließlich treffen „zufällig“ alle Drei auf dem Konzert zusammen.

Auch wenn ich Musik-Filme meistens mag, so hat „Der Klang der Herzen“ den Bogen für mich etwas überspannt. Die Story ist ziemlich gut. Und auch der Cast ist gelungen. Jonathan Rhys Meyers ist ein glaubhafter Rockstar. Da er auch privat ein guter Musiker ist, hat er bei dem Film die Songs selber gespielt und gesungen. Auch der kleine Evan Taylor/August Rush spielt das Genie ganz gut. Eine wunderschöne Szene im Film ist das Zusammentreffen des Jungen mit seinem Vater auf dem Washington Square in Manhattan, ohne das die beiden wissen, wer der andere ist. Doch zusammen machen sie Musik und spüren eine innere Verbindung. Für jeden Vater der Moment, wenn die Tränen durchdrücken.

Doch der Schluss ist, obwohl schlüssig, doch zu kitschig. Zumindest für mich. Hier trennen sich wieder Männlein und Weiblein. Für Frauen kann es nicht kitschig genug sein, denn schließlich ist das ja romantisch. Ich hätte mir da ein Ende gewünscht, bei dem zwar alle zusammen kommen, aber doch irgendwie nicht so, als würde das Schicksal die Schritte der Eltern hin zu ihrem Sohn lenken. Das ist die Stärke der Szene am Washington Square wenn Vater und Sohn musizieren. Völlig zufällig passiert das Unglaubliche. Und so könnte es sich tatsächlich auch im wahren Leben abspielen. Während die Schlussszene, wenn Mutter Lyla und Vater Louis durch die Menge im Konzert langsam nach vorne gehen, wo ihr Sohn auf der Bühne das Orchester dirigiert, völlig übertrieben. Wie gesagt, für den weiblichen Zuschauer genau richtig, für den Mann etwas zu viel des Guten. Aber trotzdem bleibt einem der Film im Gedächtnis und er ist ein sicherer Garant für einen harmonischen Paarabend zu Hause auf der Couch. Also, Popcorn und Chips raus, die Disc einlegen und zurück lehnen.

Fakten:
1. Die Art wie Evan die Gitarre mit den Händen bearbeitet und auf die Saiten klopft wurde vom Gitarristen Michael Hedges entwickelt.
2. In der Szene mit Rhys-Meyers und seinem Film-Sohn tauschen sie die Gitarren und Rhys-Meyers spielt dann auf einer GibsonJ200, genau die Gitarre, die Elvis während seiner Karriere gespielt hat. Zwei Jahre vorher, 2005, spielte Rhys-Meyers tatsächlich Elvis in dem gleichnamigen Film.
3. Musiker James Morrison sollte ursprünglich den Vater spielen, lehnte aber ab, weil er sich auf seine eigene Musik konzentrieren wollte.
4. Robin Williams ließ sich für die Rolle des Wizard von Bono inspirieren.
5. Auf einem Plakat für das Konzert im Central Park wird als Pianist ein Lionel Wigram aufgeführt. So heißt auch der Executive-Producer des Films.

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