Bridge Of Spies

Tom Hanks und Mark Rylance in Bridge Of Spies

New Yorker Versicherungsanwalt soll russischen Spion verteidigen und gerät auf eine abenteuerliche Mission zwischen die Weltmächte

Spionagefilme gehören zu meinem Lieblingsgenre. Wenn Sie mit Tom Hanks auch noch so gut besetzt sind und sich so nah an die Realität halten wie „Bridge Of Spies“ das tut, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als ins Kino zu gehen:

Rudolf Abel (Mark Rylance) ist ein Kunstmaler und streift durch New York auf der Suche nach Motiven. Doch in Wirklichkeit ist er ein Spion für die Sowjetunion, den Gegner der Vereinigten Staaten im Kalten Krieg. Abel wird gefasst und es soll ihm der Prozess gemacht werden. Da der Prozess fair sein soll, wird ihm ein Anwalt zur Seite gestellt. Das Los trifft James Donovan (Tom Hanks), einen renommierten Versicherungsfachmann. Es gelingt ihm, eine Beziehung zu Abel aufzubauen. Die Beweislast jedoch ist komplett erdrückend und Abel droht die Todesstrafe. Donovan findet verschiedene Verfahrensfehler, der Richter will aber aus politischen Gründen ein hartes Urteil. Es gelingt Donovan schließlich, die Todesstrafe zu vermeiden, weil er Abel potenziellen Austauschkandidat für einen in der Sowjetunion gefassten US-Spion identifiziert. Der Einsatz für den Spion führt zu Anfeindungen durch die amerikanische Öffentlichkeit, auf Donovans Haus wird sogar ein Anschlag verübt. Die Notwendigkeit eines Austauschs entsteht, als ein US-Spionageflugzeug vom Typ „U2“ über der Sowjetunion abstürzt und der Pilot Gary Powers verhaftet wird, obwohl die Piloten die strikte Weisung haben, sich eher umzubringen, als in sowjetische Hände zu gelangen. Donovan reist nach Ost-Berlin, um zwischen der DDR und den Russen zu verhandeln. Wichtig dabei ist, dass er als Privatperson und nicht als offizieller Regierungsvertreter agiert. Nur so kann er die klippenreichen diplomatischen Untiefen rund und die Frage der Anerkennung der Der als Staat umschiffen. Dafür muss Donovan auf diplomatischen Schutz verzichten und begibt sich häufig in persönliche Gefahren. In Berlin trifft er auf weitestgehend ungeklärte Verhältnisse, zu deren Komplexität der jüngst während des Mauerbaus verhaftete amerikanische Student Frederic Pryor (Will Rogers) beiträgt. Die Russen wollen Pryor gegen Abel austauschen, den USA ist Pryor relativ egal. Donovan versucht auf eigene Faust, beide Amerikaner gegen Abel zu tauschen. Entscheidend ist neben den Russen auch der ostdeutsche Anwalt Vogel (Sebastian Koch), der sein eigenes Spiel betreibt. Formale Fragen wie der Ort der Übergabe spielen eine große Rolle. Verabredet wird schließlich eine Doppelübergabe, bei der Abel gegen Powers auf der Glienicker Brücke ausgetauscht wird, während Pryor von Vogel am Checkpoint Charlie abgeliefert wird. Trotz erheblicher Terminprobleme und großer Nervosität der beiden schwergewaffneten Austausch-Teams gelingt der Coup. Donovan wird zum Held und wird weiter für die Vereinigten Staaten tätig.

Dieser Film behandelt ein wichtiges Kapitel der Ost-West-Geschichte, den Beginn der legendären AGentenaustauschaktionen auf der Glienicker Brücke. Ausstattung, Kulissen und Settings sind auf höchstem Hollywood-Niveau. Der Osten wird als relativ rechtsfreier, weitgehend aus Ruinen bestehender Raum identifiziert, die Funktionäre auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs als böse Tyrannen. Tom Hanks spielt in gewohnt souveräner Art einen aufrechten Patrioten, der sich gegen viele Anfeindungen von offensichtlich Dümmeren Mitbürgern durchsetzen muss. Sebastian Koch spielt einen windigen Anwalt Vogel. Es wird eine Menge Hollywood-Kitsch über der Geschichte ausgebreitet, die aber nichts von ihrer Brisanz – schließlich stand man damals täglich am Rande eines Atomkriegs – verliert. Eine unterhaltsame Geschichtsstunde, die man aber durch bestimmte Vergleiche mit der Wahrheit etwas korrigieren muss. Lohnt sich.

Filmfacts

  1. Anders als im Film war James Donovan kein Neuling im Spionagegeschäft. Er diente als Leiter der Rechtsabteilung des O.S.S., der direkten Vorgängerorganisation der C.I.A.
  2. Die als Nachrichtenverstecke dienenden falschen 5 US-Cent-Münzen wurden zufällig entdeckt, als ein C.I.A. Agent damit eine Zeitung kaufen wollte und der Zeitungsverkäufe die Münze für zu leicht hielt.
  3. Bereits 1965 war laut Informationen von Steven Spielberg eine Verfilmung mit Gregory Peck und Alec Guiness geplant – sie scheiterte aber, weil sich zur Hochzeit des Kalten Krieges keine Finanzierung für den Film fand.
  4. Die Szene, in der Abel am Anfang das Selbstportrait anfertigt, basiert auf einem Werk des Malers Norman Rockwell, für dessen Kunst sich Steven Spielberg und auch George Lucas sehr begeistern.
  5. Das Spionageflugzeug „U2“ war auch Namensgeber für die irische Rock-Band.


Bridge of Spies (2015)
Bridge of Spies poster Rating: 7.9/10 (37,836 votes)
Director: Steven Spielberg
Writer: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen
Stars: Mark Rylance, Domenick Lombardozzi, Victor Verhaeghe, Mark Fichera
Runtime: 141 min
Rated: PG-13
Genre: Biography, Drama, History
Released: 16 Oct 2015
Plot: During the Cold War, an American lawyer is recruited to defend an arrested Soviet spy in court, and then help the CIA facilitate an exchange of the spy for the Soviet captured American U2 spy plane pilot, Francis Gary Powers.

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