Aviator

AviatorAuf meiner Liste der noch zu sehenden Oscar-Gewinner stand dieser Film ganz weit oben. Obwohl Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett großes Kino versprechen, haben mich die knapp drei Stunden Spielzeit lange Zeit abgeschreckt. Irgendwann war es so weit, die Liebste in den Kinokeller verfrachtet, Beamer an – großes Kino!

Texanischer Erbe Howard Hughes wird mit viel Geld Filmproduzent und anschließend Luftfahrtpionier, kämpft gegen korrupte Politiker und gleitet in den Wahnsinn ab.

Es soll der größte Kriegsfilm aller Zeiten werden: Hell’s Angels. Produzent und Regisseur Howard Hughes scheut keinen Aufwand, es ist aber auch sein eigenes Geld, das er investiert. Luftschlachten mit fast 100 Flugzeugen, drei abgestürzte Projekte und der aufkommende Tonfilm, der dafür sorgt, dass alles noch einmal neu gedreht werden muss, machen seinen ersten Film mit 4 Mio Dollar Budget zum teuersten Unternehmen Hollywoods. Doch damit hat sich der junge Erbe seinen Platz in der Hollywood-Gesellschaft erkämpft, er geht mit den großen Filmstars seiner Zeit wie Katherine Hepburn und Ava Gardner aus, legt sich mit Eroll Flynn und Spencer Tracy an und geht den großen Studiobossen gewaltig auf den Geist. Doch seit seiner Kindheit hat der aus dem Süden stammende Hughes einen Waschzwang und die Angst vor Bakterien eingeimpft bekommen, das macht ihn zu einem Träger vieler Marotten, die ihm und seiner Umwelt das Leben nicht gerade einfach machen. In seinem Fliegerepos konnte er seine Leidenschaft für Luftfahrt und Kino vereinen, die wahrhaft großen Schlachten liefert er als Flugzeugkonstrukteur. Geschwindigkeitsweltrekorde und ein schwieriges Spionageflugzeug ramponieren seinen Körper nach einem Absturz als Testpilot nahezu komplett. In der zivilen Luftfahrt übernimmt er die Gesellschaft TWA, wird aber von seinen Widersachern bei PanAm mithilfe eines korrupten Senators ausgebremst und fast ruiniert. Der Versuch, das weltgrößte Transportflugzeug zu bauen, treibt ihn an seine Grenzen, die Luftwaffe steigt aus, aber Hughes kann beweisen, dass der große Vogel fliegt. Doch Hughes ist mit seinen Marotten und Wahnanfällen nicht mehr in der Lage, in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Der Film erzählt das interessante Leben des Hollywood-Magnaten Howard Hughes, beschränkt sich dabei aber auf die frühen Jahre, in denen er noch in der Öffentlichkeit auftrat. Später wurde er zu einem sehr zurückgezogen lebenden Geschäftsmann, der immer wieder erfolgreich seinen Projekten nachging, aber selten gesehen wurde. Das Thema ist spannend, die vielen Verweise auf Hollywood-Stars der 30er und 40er Jahre sind spannend. Leonardo DiCaprio spielt mal wieder grandios, Hughes gibt einen hinreichend schwierigen Charakter für ihn her. An seiner Seite brilliert Cate Blanchett als Katherine Hepburn. Die Länge des Films ist problematisch, auch fehlt dem Film ein richtiges Ende. So verdampfen die großen schauspielerischen Anstrengungen, die toll herausgearbeiteten Charaktere und die großartige Ausstattung etwas zum Schluss, weil der aufgestaute Dampf keine Entladung findet, sondern einfach so verpufft. Trotzdem ein Film, den man alleine schon wegen DiCaprio gesehen haben sollte.

Filmfacts

  1. Regisseur Martin Scorsese verlangte von Cate Blanchett, dass sie sich alle 15 Filme von Katherine Hepburn zur Vorbereitung anschaute.
  2. Gwen Stefani bekam ihre (erste) Filmrolle, weil Martin Scorsese sie auf einem Vogue-Coverposter in New York sah.
  3. Einige Szenen wurden auf dem ausrangierten Kreuzfahrtschiff „Queen Mary“ gedreht, weil seine Einrichtung den Stil der 30er verkörperte.
  4. Ursprünglich war Michael Mann als Regisseur vorgesehen, er zog sich aber zurück und trat nur als Produzent in Erscheinung.
  5. Kate Beckinsale nahm fst 10 Kilo zu , um Ava Gardner zu verkörpern.


The Aviator (2004)
The Aviator poster Rating: 7.5/10 (245,861 votes)
Director: Martin Scorsese
Writer: John Logan
Stars: Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett, Kate Beckinsale, John C. Reilly
Runtime: 170 min
Rated: PG-13
Genre: Biography, Drama
Released: 25 Dec 2004
Plot: A biopic depicting the early years of legendary director and aviator Howard Hughes' career, from the late 1920s to the mid-1940s.

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