American Sniper

Amerikanischer Draufgänger wird Soldat, erschießt im Irak 160 Gegner und hat Schwierigkeiten, sich wieder in sein Familienleben einzuordnen.

American Sniper war einer der Favoriten für die Oscars 2015. Er ist der kommerziell erfolgreichste Kriegsfilm, der in den USA gelaufen ist. Wenn dann auch noch Clint Eastwood Regie führt und es um die immer actionreichen Navy Seals geht, muss ich einfach ins Kino.

Chris Kyle ist ein texanischer Taugenichts. Er schlägt sich gemeinsam mit seinem Bruder als Rodeo-Reiter durch und führt eher oberflächliche Beziehungen. Er ist von seinem Vater an Schusswaffen ausgebildet worden, ein guter Schütze und eigentlich so dass, was man als typischen amerikanischen Redneck bezeichnet. Durch die ersten Attentate islamistischer Terroristen auf US-Einrichtungen in aller Welt fühlt er sich berufen, seinem Land zu dienen. Er heuert bei den Navy Seals, einer der härtesten Elite Truppen der Welt an. Wider Erwarten übersteht er als Dreißigjähriger die harte Grundausbildung und wird zum Scharfschützen ausgebildet. Noch vor seinem ersten Einsatz – unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September – lernt er die attraktive Taya kennen und heiratet sie. Taya ist schwanger,als Kyle seinen ersten Einsatz absolviert. Im Einsatz erweist er sich als kaltblütiger und erstklassiger Schütze, der seine Kameraden vor vielen Angriffen schützt und Leben rettet. Das viele Töten und die vielen Leichen fordern ihren Tribut, Kyle versinkt in seiner eigenen Welt und bei seinen kurzen Heimaturlauben wirkt er abwesend. Im Kampfgebiet wird er zur Legende und verlässt seine Scharfschützen-Rolle, um Jagd auf besonders brutale Terroristen zu machen. Auch ein Scharfschütze der Gegenseite gerät in sein Visier, als dieser mehrere Kameraden tötet. Die Jagd nach diesem Mann, der früher Olympiasieger im Schießen war, wird zu einer Art Vendetta. Kyle wird befördert und als Held gefeiert. Er führt seine eigene Einheit auf die Jagd, erleidet Verluste. Doch schließlich gelingt es ihm, den Gegner auszuschalten. Er wird aus der Armee entlassen. Die Rückkehr ins Privatleben bereitet ihm aber große Probleme, bis er sich für Kriegsversehrte, bei denen er eine Legende ist, engagiert. Doch dieses Engagement endet tödlich, als einer seiner Schützlinge ihn auf einem Schießstand ermordet.

Dieser Film ist sehr intensiv. Neben den teilweise sehr brutalen Kampfszenen ist es das intensive Spiel Bradley Coopers, das den Zuschauer in den Bann zieht und den Film zu einem sehr emotionalen Erlebnis macht. Auch Sienna Miller als Ehefrau leistet einen großen Part. Man wird in das Leben und die Gefühlswelten der Irak-Kämpfer hineingezogen. Die Frage ist, ob man das will. Denn Fragen zu Recht und Unrecht des Kriegs tauchen hier kaum auf. Es gibt ganz klare Linien zwischen „Gut“ und „Böse“. Diese folgen der fundamentalchristlichen Glaubenslehre, mit der der kleine Kyle schon von seinem Vater instruiert wurde: Es gibt unter den Menschen Schafe, Wölfe und Hirtenhunde. Die amerikanischen Soldaten verkörpern letztere Kaste. Der Film ist sehr patriotisch, teilweise auch sehr pathetisch. Man muss schon sehr viel Sympathie für die U.S.A. und die dort praktizierte sehr einfache Form der Weltanschauung mitbringen, um hier nicht ein ständig mitlaufendes Widerspruchsrädchen pflegen zu müssen. Aber solch eine Betrachtung hätte den Film sicher auch überfrachtet und ihm seinen kommerziellen Erfolg verwehrt. Es bleibt ein guter Action-Film mit nachdenklichen Momenten, der auf einer wahren Geschichte beruht.

Filmfacts

  1. Bradley Cooper absolvierte ein intensives Trainingsprogramm, um die knapp 20 Kilo zuzulegen. Dabei nahm er täglich ca. 8000 Kalorien zu sich.
  2. Clint Eastwood war auch der Wunschkandidat des verstorbenen Chris Kyle als Regisseur.
  3. Bradley Cooper wurde mit der dritten Oscar-Nominierung in Folge ausgezeichnet, damit ist er erst der zehnte Mann, dem so etwas geschah.
  4. Cooper nutzte die Musik-Playlists von Chris Kyle zum Training.
  5. Regisseur Clint Eastwood hat einen Cameo-Auftritt in der Kirchenszene, in der Kyle die Bibel stiehlt.


American Sniper (2014)
American Sniper poster Rating: 7.3/10 (283,915 votes)
Director: Clint Eastwood
Writer: Jason Hall, Chris Kyle (book), Scott McEwen (book), Jim DeFelice (book)
Stars: Bradley Cooper, Kyle Gallner, Cole Konis, Ben Reed
Runtime: 133 min
Rated: R
Genre: Action, Biography, Drama
Released: 16 Jan 2015
Plot: Navy S.E.A.L. sniper Chris Kyle's pinpoint accuracy saves countless lives on the battlefield and turns him into a legend. Back home to his wife and kids after four tours of duty, however, Chris finds that it is the war he can't leave behind.

Rating: 9.5. From 2 votes.
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