300

300
„300“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich hatte das Glück, bei der Weltpremiere anlässlich der Berlinale dabei zu sein, bei der der Film auf Europas größter Leinwand im Berliner Filmpalast gezeigt wurde. Das war ein einmaliges Erlebnis. Aber auch auf dem Fernseher zu Hause hat „300“ noch gut funktioniert.

Eine 300-Mann-Einheit der Spartaner stellt sich in einem Gemetzel der Übermacht des Persischen Königs und kann nur durch Verrat besiegt werden.

Der persische König Xerxes (Rodrigo Santoro) zieht mit seinem riesigen Heer gegen Sparta. Die Spartaner unter ihrem König Leonides (Gerald Butler) gelten als die härtesten Krieger, die sich niemals unterwerfen. So kommt es zum Showdown an einem Strand. 300 Spartaner positionieren sich strategisch gut vor eine Felswand, so dass sie den Rücken frei haben. Außerdem ist der Strand sehr schmal, so dass Xerxes Krieger nicht genug Platz haben, um mit der ganzen Breite ihres Heeres anzugreifen. Doch zuerst bietet Xerxes Leonides die Führung des gesamten persischen Heeres in Griechenland an, wenn er sich unterwirft. Nachdem Leonides das Angebot von Xerxes, der selber ein Riese ist, ablehnt, kommt es zum Kampf Mann gegen Mann, Immer wieder rennen neue Truppen gegen die Spartaner an, die alles und jeden kurz und klein hauen. Die persischen Krieger sehen immer phantasievoller aus. So kommen erst die normalen Soldaten, dann die „Unbesiegbaren“. Das sind Kämpfer, deren entstellte Gesichter hinter Gesichtstüchern versteckt sind. Als auch diese besiegt werden sieht man, welche grausigen Fratzen hinter den Tüchern sind. Die Spartaner gehen dazu über, einen Wall aus Toten aufzuschichten, der über 10 Meter hoch ist. Diesen werfen sie dann auf die nächsten Angreifer und begraben diese darunter. Jetzt kommt ein riesiges Monster, dass sich Leonides selber vorknöpft. Und schließlich schickt Xerxes Elefanten und anderes Getier. Doch die tapferen Spartaner metzeln jeden Gegner nieder.

In der Zwischenzeit kommt es zur Revolte in Sparta gegen Leonides. Der Senat verweigert ihm weitere Soldaten zur Unterstützung. Ein Senator bietet Leonides Frau an, seine Stimme für die Unterstützung zu geben, wenn sie sich ihm hingibt. Aus Liebe zu ihrem Mann tut sie es. Doch der Senator bricht sein Wort. Daraufhin erdolcht Leonides Frau ihn. Im Fallen verliert er persische Münzen und der Verrat des Senators wird offenbar. Doch das hilft Leonides auch nicht mehr, weil es einen anderen Verräter aus den eigenen Reihen gibt. Der bucklige Ephialtes verrät Xerxes einen geheimen Gang durch die Berge, weil Leonides ihn verspottet hatte. Das gibt den Persern die Möglichkeit, den 300 tapferen Männern in den Rücken zu fallen. Und so kommt es zum großen, letzten Kampf. Vorher schickt Leonides noch den Soldaten Dilios nach Sparta, um den Spartaner vom großen Kampf zu berichten. Und so geht Leonides mit seinen 300 Kämpfern in die Geschichte ein und stirbt als freier Grieche. Am Ende des Films ist es Dilios, der mit einem griechischen Heer erneut gegen die Perser zieht und damit die glorreiche Geschichte der Spartaner fortsetzt.

Wenn man die Geschichte so liest, könnte man meinen, dass es sich bei „300“ um einen reinen Haudrauf-Film handelt. Zumal die meiste Zeit wirklich nur gekämpft wird. Doch die Inszenierung des Kampfes ist extrem ästethisch und künstlerisch wertvoll. Das beginnt schon mit den Farben. Die Bilder sind in einem graubraungold gehalten, das durch ein kräftiges Rot der Umhänge und natürlich des Blutes gebrochen wird. Die Körper, vor allem die der Spartaner sind extrem athletisch und muskelbepackt. Und die Kampfszenen sind immer wieder durch Slow-Motion-Einstellungen unterbrochen. Dazu kommen die phantasievollen Gestalten, die Xerxes gegen die Spartaner schickt. So stellt man sich die Götter- und Sagenwelt der alten Griechen vor. Heldenhafte, gut aussehende Menschen kämpfen den aussichtslosen Kampf gegen einen Gott gleichen persischen König und seine der Unterwelt entsprungenen Kreaturen. Und ohne den tragischen Verrat, wäre der Sieg sogar möglich gewesen. Die Spartaner kämpfen so tapfer, dass sogar Xerxes ein Fan von ihnen wird, auch wenn er sie am Schluss besiegt.

An der ganzen Inszenierung merkt man, dass Regisseur Zack Snyder früher Werbespots und Musikvideos gemacht hat. Die gewaltige Macht der Bilder und die kreativen Einfälle bei den Kampfszenen beeindruckt mächtig. Und das war 2007 etwas ganz Neues. Klar, dass „300“ eine FSK von 16 hat und kein Familienfilm ist. In den USA erhielt er sogar ein R-Rating, das bedeutet, dass unter 17-Jährige nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten den Film sehen dürfen. Aber er ist definitiv kein brutaler, sinnloser Actionfilm. Die Ästhetik ist unfassbar packend und am ehesten vergleichbar mit der malerischen Darstellung von antiken Kampfszenen der Renaissance-Malerei. Ich würde sagen, die gelungene Transformation dieser Kunstform ins 21. Jahrhundert. Kein Wunder, dass der Film mehr am Computer, als auf dem Set entstanden ist. Die modernsten Techniken wurden eingesetzt, um eine übermenschliche Darstellung der Figuren zu erreichen. Snyder hat damit einen Trend ausgelöst, der sich in TV-Serien und Computer-Spielen fortsetzte. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Comic von Frank Miller, der unter anderem auch für „Sin City“ die Comic-Vorlage geliefert hat. In 2014 wird eine Fortsetzung in die Kinos kommen. Es wird spannend, ob das nochmal so funktioniert. Doch ich werde mir „300 –Rise of an Empire“ auf jeden Fall im Kino anschauen.

Fakten:
1. Der Spruch von Leonidas „Das ist Sparta“ führte im Internet zu vielfältigen Illustrationen und war auch eine Kernszene in der Persiflage „Meine Frau, die Spartaner und ich“.
2. Der Iran legte bei den Vereinten Nationen Protest gegen den Film ein, weil sich die Iraner als Nachfahren der Perser zu negativ dargestellt sahen. Die Griechen hatten kein Problem und der Film war in Griechenland sehr erfolgreich.
3. Gerald Butler trainierte sich seine Muskeln in vier Monaten an.
4. Um Kosten zu sparen wurden Waffen aus „Troja“ und „Alexander“ eingesetzt.
5. Es wurden zu 90% Bluescreens und zu 10% Greenscreens eingesetzt, um die Szenen am Computer nachbearbeiten zu können.
6. Auf einer Gedenktafel in Griechenland, wo die Schlacht historisch stattgefunden haben soll steht der Spruch „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl“, um an die Schlacht zu erinnern.
7. Viele Zitate und Redewendungen sind aus den historisch belegten Berichten des Herodot, der die Persischen Kriege dokumentiert hat.

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5 thoughts on “300

  1. Ich habe den Film damals im Kino gesehen und war einfach nur begeistert. Auch die nachfolgenden Werke von Snyder waren stets vor allem stilistisch wertvoll. Was die Fortsetzung angeht wird es glaube ich eher sehr durchwachsen. Irgendwie sieht mir das in den Trailern zu sehr nach Spartacus aus. Und das wäre dann eher was für’s free TV. Aber wer weiß, vielleicht zwingt mich eure Fikmkritik ja dann doch ins Kino 😉

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