13000 Kilometer – Die Männer der Emden

Historische Wahrheit: 50 Kaiserliche Matrosen des legendären Kreuzers Emden kämpfen sich aus dem indischen Ozean nach Berlin durch.

In diesem Blog gibt es auch Raum für Exoten: Den deutschen Film „13000 KM – die Männer der Emden“ habe ich aus heimatkundlichem Interesse gesehen:

Die Geschichte ist (Seefahrer-) Legende: Der kleine Kreuzer Emden war einer der Stars des Seekriegs im I. Weltkrieg. Er operierte von der deutschen Enklave Tsingtao aus im indischen und chinesischen Meer und versenkte haufenweise feindliche Frachter. Weit wichtiger für den Ruhm war aber die Art und Weise, wie die Seeleute ihre Pflicht erfüllten: Sie ließen Mannschaften von Bord, kümmerten sich um deren Sicherheit und versenkten erst dann die feindliche Tonnage. So erlangten Kapitän von Müller und seine Besatzung gerade bei den feindlichen Engländern einen Ruf, der ihnen vorauseilte – bis ihr Schiff versenkt wurde. Der Film beschäftigt sich weniger mit diesen Taten, sondern mit der dramatischen Rückkehr der Überlebenden 50 Mann. Diese waren von Bord gegangen, um eine britische Funkstation zu vernichten. Vom Strand müssen sie die Versenkung des eigenen Schiffs mit ansehen. Statt sich zu ergeben macht sich die Mannschaft auf den Weg in die mehr als 13.000 km entfernte Heimat. Unter Zuhilfenahme fremder Schiffe müssen Wasserknappheiten, Flauten, Krankheiten, ein nicht funktionierender Offizier, Feuergefechte in der Wüste und vieles mehr bewältigt werden. Und weil dem Regisseur Berengar von Pfahl das offenbar nicht ausreichte, wird auch noch eine Liebesgeschichte drangeflanscht: Einer der überlebenden Offiziere ist heimlich verlobt, seine Verlobte ist als Zivilistin ebenfalls auf dem Weg in die Heimat und muss auf diesem Weg den Gefahren der Verheiratung durch ihren Vater trotzen. Diesen vielen Handlungssträngen wird durch Zeit Raum geschaffen – der Film ist über 2 Stunden lang. Viele der Darsteller leisten solide Arbeit. Neben Ken Duken, der einen mittelprächtigen Helden gibt, überzeugt vor allen Dingen Oliver Korritke als pfiffiger Maat. Hauptdarsteller Sebastian Blomberg fällt vor allen Dingen mit seiner Wochenschau-schnarrenden Stimme auf. Sibel Kekili beweist einmal mehr, dass sie als Schauspielerin allgemein überschätzt wird. In diesem Film überzeugt vor allen Dingen der relativ gelungene Versuch, historische Wahrheit auf die Leinwand zu bannen. Es ist eine echte Abenteuergeschichte, die den Zuschauer in den Bann zieht.

Filmfacts

  1. Im indonesischen Tamil bedeutet „Emden“ als Bezeichnung für einen Mann „schlauer Fuchs“.
  2. Der Film basiert wesentlich auf dem Tagebuch Helmut von Mücke.
  3. Die Schiffsglocke der Emden kann im Australian War Memorial in Canberra besichtigt werden
  4. Der Schiffsname „Emden“ hat Tradition in der Marine. Die aktuelle Fregatte Emden wird demnächst außer Dienst gestellt.
  5. Einige Szenen wurden auf dem griechischen Museumsschiff Panzerkreuzer Georgios Averoff gedreht.


Die Männer der Emden (2012)
Die Männer der Emden poster Rating: 5.9/10 (214 votes)
Director: Berengar Pfahl
Writer: Berengar Pfahl, Axel Ricke (creator)
Stars: Sibel Kekilli, Ken Duken, Felicitas Woll, Oliver Korittke
Runtime: 180 min
Rated: N/A
Genre: Adventure, Drama
Released: 31 Jan 2013
Plot: When their ship is sunk in the first world war, in the Indian ocean, 50 men have to cross infinite stretches of sea and desert, avoid enemies, find allies and finally make it home to Germany. A breathtaking real-live odyssey.

Rating: 8.0. From 1 vote.
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